DIE ONLINE-SCHÜLERZEITUNG
DER SEESCHULE RANGSDORF: Sonderausgabe

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WEIHNACHTS-SONDERAUSAGBE

 

Ixmäs

Unsere Weihnachtsgeschichte

Unsere Geschichte spielt in Rangsdorf. Dies ist ein kleines Dorf mit Bahnverbindung und See. Zur Weihnachtszeit findet sich an jeder Ecke Festlichkeit. Hell leuchtet kein oder ein Weihnachtsbaum, dennoch oder gerade deshalb spürt man den Zauber der Weihnacht. Dr. Ixmäs ist gerade erst hierhergezogen. Alles scheint noch neu und unbefangen. Der Abend noch zukunftsreich. Rhythmisch schlägt sein Gehstock auf den frischvereisten Boden der Hauptstraße. Sein Ziel ist nicht offensichtlich, noch ringt er mit sich. Fest umklammert er den Griff seines Gehstocks, seine Bedeutung wiegt schwer. Nach außen getarnt als Alltagsgegenstand, geschützt durch seine Bedeutung als Hilfe, vermutet niemand seinen wahren Nutzen. Nur Dr. Ixmäs weiß, was seine Bestimmung ist.

Behutsam löst er die Schutzplane, mit der er sein Motorrad am Abend zuvor abgedeckt hat. Rauschend rutscht der Schnee, welcher noch bis eben fiel von der Plane zu Boden. Dr. Ixmäs schaut sich um aus Furcht jemand könne ihn entdecken. In seiner Furcht spürt jede Faser seines Körpers und plötzlich wird ihm klar, dass es kein Ringen mehr geben darf, dass sein Ziel keine Idee, sondern Bestimmung ist.

In seinem früheren Leben, so weit fern scheint es ihm, hatte sich ihm nie die Frage gestellt, was er am Abend des 24. Dezembers zu tun hatte. Nun jedoch, gesucht von der Polizei wirkt jeder Schritt wie der Letzte in Freiheit und jede Aufgabe wird zum Todeskommando. Entschlossen wirft er die Plane zur Seite und steigt auf sein Motorrad. Das Licht der Lichterketten reflektiert sich kurz im Auspuffrohr. Im Dunkeln einer Tanne trifft es auf Widerschein. Dr. Ixmäs bemerkt nichts. Wagemutig startet er den Motor. Das laute Dröhnen erfüllt die Gassen.

Dann passiert alles auf einmal. Jemand schreit: „Stoppen sie sofort den Motor. Bleiben sie stehen!“ Zwei Polizisten springen aus ihrem Versteck. Sie hatten auf Anweisung gewartet, doch als sich die Zentrale nicht meldete und ihr Verdächtigter nahe der Flucht war, entschieden sie sich auf Eigeninitiative in den Vorgang einzugreifen. Dr. Ixmäs zögert nicht, mit quietschenden Reifen und scheiternden ABS jagt das Motorrad über den spiegelglatten Asphalt. Eine wilde Verfolgungsjagd quer durch Rangsdorf beginnt, doch es gibt keine Chance seine Verfolger abzuhängen. Die beiden Polizisten haben bereits Zossen informiert und zwei Wagen vor Ort auf ihn angesetzt. Über Funk werden noch mehr angefordert. Mit 11 Wagen, einem Hubschrauber und einer Hundestaffel im Rücken überquert Dr. Ixmäs die Ortsgrenze zu Berlin. Er hat 25 Minuten Zeit sein Unterfangen zu Ende bringen und dann für immer zu verschwinden. Der Potsdamer Platz leuchtet in allen Farben. Nur der Weihnachtsbaum ist kaum sichtbar in seiner eigenen Dunkelheit. Überall lachen und drängeln sich die Menschen, niemand möchte den heutigen Abend verpassen. Es ist DAS Event des Jahres.

Die Masse soll seine Rettung sein. Im Abbiegen schaltet er den Motor aus und steigt noch im letzten Rollen der Räder ab. Zügig sucht er sich eine Lücke zwischen den Menschen und verschwindet in ihrer Ansammlung. Sein Ziel: der Weihnachtsbaum. Mit klopfenden Herzen kniet er sich vor den Baum und greift unter ihn. Erleichtert tastet er den kleinen Laptop, der das Licht des Baumes steuert. Mit zitternden Händen öffnet er ihn. Das Display fordert ihn auf, den diesjährigen Code einzugeben. Er dreht den Gehstock ins Licht, auf ihm befindet sich eine zehnstellige Zahlen- und Buchstabenkombination. Schweiß rinnt ihm trotz der Kälte über die Stirn. Plötzlich hört eine lauten Ruf direkt hinter sich. „Entfernen sie sich augenblicklich vom Baum!“ Der junge Polizist scheint selber wie erstarrt. Er hatte sich mit einer Ahnung von der Gruppe entfernt und Dr. Ixmäs im Dunkeln des Baumes entdeckt.

Doch es gibt kein Zurück mehr. Leise vernimmt Dr. Ixmäs die Geräusche, wie der junge Polizist nach seiner Waffe greift. Noch bevor sie enden, sind alle Zeichen eingetippt. In einem schier unfassbar hellen Licht erstrahlt der Weihnachtsbaum und blendet den Polizisten. Mit lautem Fluchen taumelt er zurück. Ein Raunen geht durch die Masse. Als der Polizist wieder sehen kann, ist Dr. Ixmäs längst verschwunden.

Erarbeitet von Florian Anders, 7o und Frau Baumgard-Lenz, stellvertr. Redaktionsleitung nach der Methode des Geschichtenbaukastens


*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!