Zossener Rundschau 11. November 2008
Freie Fahrt nach Südwest
Ab sofort sind alle Grundstücke in Rangsdorf wieder ohne Tonnagebeschränkung erreichbar. Gestern um 12Uhr wurde die neue Kanalbrücke am Schnittpunkt von Birken- und Stauffenbergallee freigegeben.
Gudrun Schneck
Rangsdorf - Nach fünfeinhalb Monaten Bauzeit rollten gestern erstmals wieder Autos von der Birkenalle in Richtung Seeschule und Wohngebiet Rangsdorf-Südwest. Die von der Gemeinde errichtete neue Kanalbrücke ist fertig. Sie kostete 300 000 Euro. 100 000 Euro davon trägt der Bauherr der Feng-Shui-Siedlung, die Firma BIT Immobilien, als Infrastrukturbeitrag.
Die Brücke weist eine Fahrbahnbreite von 5,50 Meter, einen 2,75 Meter breiten Gehweg auf der östlichen Seite, einen 75 Zentimeter breiten Notgehweg auf der westlichen und eine lichte Höhe über Mittelwasser von 1,42 Meter auf.
"Damit sind wieder alle Rangsdorfer Grundstücke ohne Tonnagebeschränkung erreichbar, was ja bei größeren Bauvorhaben sehr wichtig ist", sagte Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Die vorherige marode Brücke war im Herbst 2005 wegen der verminderten Standsicherheit der Seitenbereiche auf drei Meter Breite eingeengt und die Belastbarkeit auf 30 Tonnen herabgesetzt worden.
In den vergangenen fünf Jahren hat die Kommune Rangsdorf für Brückenersatzneubauten in der Seepromenade, im Rangsdorfer Ring, in der Stralsunder Allee und in der Stauffenbergallee rund eine halbe Million Euro ausgegeben.
Das Schwierigste am jüngsten Brückenbauprojekt war laut Bauleiter Michael Neumann von der Herzberger Meli-Bau GmbH der hohe Grundwasserstand: "Wir durften keine Grundwasserabsenkung vornehmen, um Schäden an umliegenden Häusern zu vermeiden. Also mussten wir die Bohrpfähle im Wasser bohren. Außerdem waren Strom-, Wasser-, Gas- und Telekomleitungen umzuverlegen." Trotzdem wurde der Bau fast fünf Wochen früher fertig als geplant.
Ausdrücklich dankte Bürgermeister Rocher neben den Firmen auch den betroffenen Anliegern, und Verkehrsteilnehmern, die je nach Witterung eine staubige oder matschige Umleitung durchs ehemalige Militärgelände nehmen mussten.
"Drei Kreuze" macht denn auch Frank Hamann, der Leiter der Seeschule Rangsdorf: "Wegen des längeren Anfahrtsweges haben wir während der Baudauer den Unterricht erst später beginnen können. Bestimmt lag es auch an der Umleitung, dass zum vorigen tag der offenen Tür deutlich weniger Eltern kamen. Jetzt sind wir wieder besser erreichbar."
Das wegen seiner Kanäle (vor allem im Wohngebiet Klein Venedig) brückenreiche Rangsdorf hat in Zukunft noch drei weitere Brücken aus den 30er Jahren zu erneuern: In der Birkenallee, Kurparkallee und Bansiner Allee.
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