Offener Fachunterricht

Durch die sich ständig weiterentwickelnde Informationstechnologie und die damit einhergehende Veränderung in der Informations- und Wissensaufnahme, stehen Pädagogen und Schüler gleichermaßen vor der Herausforderung, das Informationsangebot zu filtern, aufzubereiten und zu verarbeiten. Der »Offene Fachunterricht« (OFU) an der Seeschule trägt dazu bei, den jungen Menschen nicht nur Faktenwissen sondern auch Techniken und Fertigkeiten zu Wissensaufnahme und -austausch zu vermitteln.

Das Angebot versteht sich als ein fächerübergreifendes Arbeitsvorhaben, in dem die Schüler ein vorgegebenes Thema durch unterschiedliche Methoden selbstverantwortlich und kooperativ erschließen. Der lösungsorientierte Ansatz und der hohe Grad an Selbstmotivation und -organisation schaffen ideale Bedingungen zum Erwerb ganz unterschiedlicher Komptenzen. (Personal-, Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz).


Rahmenbedingungen

Am Gymnasium der Seeschule wird der OFU in den Klassen 7 bis 9 an einem Schultag als Projektunterricht umgesetzt. Die Fächer Deutsch, Biologie, Geschichte, Geographie, LER, WAT, Kunst und Musik werden im Rahmen des OFU epochal (fächerübergreifend) unterrichtet.
Die zu bearbeitenden Themen werden durch die schulinternen Lehrpläne, die die Vorgaben der Rahmenlehrpläne für die Sek I des Landes Brandenburgs erfüllen, vorgegeben und für die jeweilige Klassenstufe in einem OFU-Curriculum festgelegt. Das Konzept des OFU wird ständig weiterentwickelt.


Ablauf

1. Motivations- und Planungsphase
Der Einstieg beginnt mit einer ausgedehnten körperlichen und geistigen Aufwärmphase. Anschließend folgt eine Ziel- und Methodendiskussion zusammen mit der Aufgabenverteilung und dem Entwerfen eines Zeitplans. Hierbei werden Arbeitsmaterialien bereitgestellt, Möglichkeiten der Informationsbeschaffung erörtert und erste Lösungswege diskutiert. Trainiert wird auch der kritische Umgang mit dem Internet als sinnvolles Instrument der Recherche.

2. Erarbeitungsphase
In der Erarbeitungsphase gestalten die Schüler ihren Lernprozess eigenverantwortlich. Vorbereitete Unterrichtsmaterialien unterstützen die Arbeit der Schüler. Folgende Formen der Arbeit werden bedacht:
Der Arbeitsprozess wird in Form eines Tagesplanes dokumentiert.
Entscheidungen der einzelnen Gruppen werden schriftlich fixiert.
Arbeit in arbeitsgleichen bzw. konkurrierenden Gruppen und deren Koordination (z.B. in Stamm- und Expertengruppen) werden organisiert. Hierzu müssen auch die Formen der Ergebnisfixierung und Planung von Möglichkeiten der Ergebnispräsentation (sach- und kommunikationsgerecht) bedacht werden.
In dieser Phase arbeiten Lehrer und Schüler gern mit externen Spazialisten zusammen, die in der ersten Phase eingeladen werden.

3. Präsentations- und Reflexionsphase
Diese letzte Phase findet unter Einbeziehung aller Teilnehmer statt. Die Einzelergebnisse werden im Plenum dargestellt, so dass die Teile ein Ganzes ergeben. Eine gemeinsame Reflexion über das Verhältnis von Zielen, Methoden und Ergebnissen sowie Schlussfolgerungen für den künftigen OFU schließen ein Projekt ab. Dabei wird der Einsatz zeitgemäßer Präsentationsmethoden und -techniken immer wieder trainiert.


Ergebnis und Evaluation

Im Ergebnis eines OFU-Projektes finden sich die Schüler gut in der Thematik zurecht, können ausführlich auf projektbezogene Fragen antworten und ihre Ergebnisse frei vortragen. Vor einer Präsentation werden Beobachtungsaufträge in der Klasse verteilt um die Mitschüler besser einzubinden und das erworbene Wissen zu vernetzen. Die Reflexion kann durch die präsentierende Gruppe selbst, durch die nicht präsentierenden Gruppen, durch den Lehrer, durch Tests oder durch eine Feedbackrunde erfolgen.

Zur Feststellung der Einzelleistung innerhalb von Gruppen bekommen die Schüler eine Gesamtpunktzahl, die die Schüler der Gruppe untereinander aufteilen. Abschließend wird das gesamte Projekt anhand eines Fragebogens evaluiert.

Ein gelungenes OFU-Projekt umfasst folgende Merkmale:

  • Die Interessen der Schüler werden berücksichtigt
  • Schüler formulieren innerhalb des Projektes Arbeitsaufträge selbst
  • Spontanen Ideen wird Platz zur Verwirklichung geboten
  • Misserfolge werden zugelassen
  • Die Sinnhaftigkeit ist ersichtlich, der Bezug zur eigenen Lebenswelt ist herstellbar
  • Die Bewertungskriterien sind klar und nachvollziehbar und der genaue Abgabezeitpunkt wird eingehalten

Als Abschluss einer OFU- Phase wird zukünftig ein Interneteintrag von den Schülern erstellt. Zudem leistet jede Klasse pro Halbjahr im Rahmen des OFU einen Beitrag für das neue Jahrbuch.


ausgewählte Projektergebnisse

Als Beispiel für die konzentrierte gemeinschaftliche Arbeit im Offenen Fachunterricht, kann die »Radio-Sendung« gelten, die Schüler der Klasse 8G2 (2012/13) über unser Sommerfest 2013 erstellt haben. Sie können diesen Beitrag (und alle zukünftigen) auf der eigenen Podcast-Seite der Seeschule nachhören. 
Klicken Sie [hier].

In der Klasse 8g (2014/15) haben die Schüler im Rahmen des OFU »Spiele« entwickelt. Dabei ging es nicht nur um die Spielidee sondern auch die ansprechende Gestaltung von Spielbrett und Verpackung.

Unsere Klasse 9G2 (2014/15) hat im Offenen Fachunterricht (OFU) ein Projekt zum Thema »Hier werden Menschenrechte mit Füßen getreten« durchgeführt.

Im Rahmen des offenen Fachunterrichts (OFU) nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9G (2015/16) am 27. Mai 2016 an dem Workshop »Plakatalysator« teil. Unter Anleitung der Grafikdesignerin Verena Kiesel gestalteten sie Plakate zum Klimawandel. Im Vorfeld hatten die Schüler Referate zu der Frage »Wie kann ich in meinem Alltag den Klimaschutz unterstützen?« vorbereitet.

*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!