Beats, Müllsammler und O-Ton-Sucher

Teilnehmer der Talentakademie stellen in der Seeschule Rangsdorf die Ergebnisse ihrer Arbeit vor 

Ein Notfall – der 14-jährige Luka Goossens liegt leblos am Boden. Um ihn herum viele junge Leute, die genau wissen was zu tun ist: Atmung kontrollieren, Blutdruck messen, die Reaktion der Pupillen beobachten. 

Notfall war gespielt 
Nach ein paar Minuten steht Luka auf und lacht – alles war nur gespielt, doch Notfälle wie dieser passieren täglich. Die Teilnehmer der diesjährigen Talentakademie in der Seeschule Rangsdorf haben sich in den vergangenen zwei Wochen nicht nur medizinischen Themen gewidmet. Jennifer Kraus, Anna Kohoff und Yaser Anjal haben sich zwei Wochen lang mit dem Thema Radiomachen beschäftigt. Im Studio eines Berliner Radiosenders hatten sie die Gelegenheit eine eigene Sendung aufzunehmen. „Das war unglaublich cool“, sagt Jennifer Kraus. Sie hat dort auch gelernt, dass man für wenige Sekunden Sendung oft tagelang recherchieren muss. „Man braucht eine Menge Vorbereitung, wenn man ein Thema nach allen Seiten bearbeitet“, sagt Yaser Anjal. Die Gruppe hat sich für selbst fahrende Autos entschieden. Dazu führten sie Interviews mit Experten und den Menschen auf der Straße. Radio lebt schließlich von O-Tönen. 

Radio und Rap 
Und die fielen durchaus unterschiedlich aus. Während einige es kaum erwarten können, sich beim Autofahren nicht mehr aufs Fahren konzentrieren zu müssen, hatten andere große Bedenken, der Technik das Steuer zu überlassen. Die einzelnen Beiträge mussten die Jugendlichen dann am Computer zusammenschneiden. „Ich kann mir vorstellen, später einmal im Radio zu arbeiten“, sagt Jennifer Kraus mit entschlossener – und durchaus radiotauglicher – Stimme. Ein Talent auf seinem Gebiet ist auch der 17-Jährige Fabrice Brettke aus Wriezen. Er hat mit seiner Begleiterin Tina Götz einen Rap-Song aufgenommen, den beide auf der Abschlussveranstaltung am Freitag präsentierten. „Zuerst haben wir uns mit der Geschichte des Hip-Hop befasst und dann haben wir unsere eigenen Beats gebaut und Texte geschrieben“, sagt er. 

Müllsammeln in Rangsdorf 
Auf die vierte Gruppe war sogar Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) in dieser Woche aufmerksam geworden, als ihm vor dem Rathaus Jugendliche begegneten, die Müll von der Straße aufsammelten. „Engagement“ lautete das Thema und das bezog sich vor allem auf die Umwelt. Die Teilnehmer haben vier Obstbäume auf dem Gelände der Seeschule gepflanzt und ein Insektenhotel gebaut, um einen Beitrag zu leisten. Das Geld dafür haben sie sich mit einer Gitarre und ihren Stimmen auf den Straßen Berlins erspielt. „Uns geht es darum, besondere Talente auf verschiedenen Gebieten zu fördern“, sagt Ulrike Leikhof von der gemeinnützigen Gesellschaft Bildung & Begabung. Sie sollen ihre Potenziale entdecken und voneinander lernen.

Christian Zielke am 3. September 2016
in der Zossener Rundschau

*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!