Seeschule richtet Übergangsklasse zum Abitur ein

Oberschüler können in Rangsdorf die Einführungsphase
für die gymnasiale Oberstufe absolvieren


Am Montag beginnt in Brandenburg das neue Schuljahr. Die Seeschule Rangsdorf kann dann mit drei Neuigkeiten aufwarten, berichtete Christiane Goltz, die pädagogische Entwicklung der Freien Schule zuständig ist. Die Lehrer kamen bereits in dieser Woche zusammen, um das Schuljahr vorzubereiten.
      30 Lehrkräfte, darunter zwei neue Referendare, sowie elf Sozialpädagogen und Erzieher hat die Seeschule Rangsdorf. Die wichtigste Neuerung betrifft die Einführung einer Gymnasialklasse „10E“ mit einem besonderen Konzept: Oberschüler können hier die Einführungsphase zum Übergang in die Sekundarstufe II absolvieren.

Gezielte Vorbereitung aufs Abi
Mit der Etablierung des 12-jährigen Abiturs und der Schulform „Oberschule“ in Brandenburg ist die Einführungsphase weggefallen. Jugendliche, die das Gymnasium von der siebenten Klasse an besuchen, betrifft das nicht. Wer jedoch nach der 10. Klasse an einer Oberschule zur Reifeprüfung gelangen will, dem fehlt diese Einführungsphase als Zugang zum Abitur. „Oberschüler, die den FORQ-Abschluss erreicht haben, bereiten wir gezielt auf das Abitur an unserem Gymnasium vor“, so Christiane Goltz. „FORQ“ ist die Fachoberschulreife mit Qualifikation, sie ist Zugangsvoraussetzung für die Abiturklassen.

Die Vorbereitung geschieht unter anderem durch mehr Stunden in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch und den Beginn oder die Fortführung der zweiten Fremdsprache. In 13 Jahren ist das Abi somit geschafft. Zehn Schüler haben sich für die erste „10E“ bereits eingeschrieben, einige weitere könnte die Seeschule noch aufnehmen.

EU-Fördermittel fließen in ein Projekt
Eine zweite Neuerung betrifft Schulgarten und Tierhaltung, die als Arbeitsgemeinschaft und Wahlpflichtfach für alle Klassenstufen angeboten und auch im Internat intensiv mitbegleitet werden. EU-Fördermittel fließen in ein Projekt „Auf dem Weg zum Biobauernhof“, für das die Schule mit einem existierenden Biohof zusammen arbeiten wird. Christiane Goltz verspricht sich einiges von dieser Arbeit, die zudem ausbaufähig sei: „In fünf Jahren wird man schon richtig viel sehen und ich könnte mir eines Tages sogar ein Mehrgenerationenhaus auf unserem Biobauernhof vorstellen“.

Von einem neuen Angebot sollen die Schüler der Sekundarstufe II profitieren. Seminarkurse und wissenschaftliche Colloquien, letztere in enger Zusammenarbeit mit Universitäten, werden die Jugendlichen gezielt auf ein Studium vorbereiten. Die angehenden Abiturienten können sogar eine Woche lang Uni-Luft schnuppern und zu einem selbst gewählten Thema ihre erste wissenschaftliche Arbeit schreiben. Christiane Goltz weiß, dass das neue Schuljahr an Lehrer und Erzieher höhere Anforderungen stellt. Doch damit haben alle das Ziel, die 200 Jugendlichen gut auf die Herausforderungen des Lebens vorzubereiten.

Märkische Allgemeine Zeitung am 23. und 24. August 2014
von Andrea von Fournier

*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!