Drittes Unterrichtshaus fertig

Das Kino-Schulhaus wurde von einem Braunschweiger Planungsbüro für die private Seeschule Rangsdorf entworfen. Gestern sahen sich die Schüler schon mal an, wo sie nach den Winterferien lernen werden.

Rangsdorf: „Sieht richtig gut aus“, urteilt Patrick Senger aus der achten Klasse über das neue Haus, das die Schüler des Privatgymnasiums Rangsdorf nach den Winterferien beziehen können. Ein anderer Junge schnuppert: „Irgendwie riecht die neue Farbe nach Banane.“ Gestern war Bauabnahme für das dritte Schulhaus der Seeschule. Das so genannte Kino-Schulhaus kostete 3,5 Millionen Euro und beherbergt acht Unterrichtsräume, fünf Vorbereitungsräume und ein Lehrerzimmer. Zu Zeiten der sowjetischen Garnison stand an dieser Stelle ein Kino.

Im Aeroklub, im Turnhallen-Schulhaus und im Kino-Schulhaus verfügt die Seeschule nun über insgesamt 18 Unterrichtsräume. „Nach den Winterferien können wir nun dem Fachraumprinzip beginnen. „Die Container auf dem Schulgelände verschwinden nächste Woche“, freut sich Schulleiter Frank Hamann.

Zwei komplette Klassensätze mit Bänken, Tischen und je einen Fernseher hat eine Firma gesponsert, vermittelt von einem dort tätigen Vater. „Darüber haben wir uns riesig gefreut, denn wir müssen natürlich rechnen. So langsam kommen wir aber in die Liquiditätszone und bauen Kredite ab“, informiert der Schulleiter. Träger des privaten Gymnasiums ist der Verein Freie- Stadtrandschulen Berlin - Brandenburg. Beim brandenburgischen Bildungsministerium laufen derzeit zwei Anträge der Seeschule für das Ganztagsschul-Förderprogramm. Mit dem erhofften Geld sollen der Sportplatz gebaut und ein Physik-Kabinett ausgestattet werden.

Fast fertig sind zwei weitere Internatshäuser. Mit den vorhandenen Plätzen erreicht das Internat dann eine Bettenkapazität von 70. 130 Schüler hat das Privatgymnasium Rangsdorf derzeit. Im nächsten Schulhalbjahr rechnet Frank Hamann sogar mit rund 140 Schüler. Eine rege Nachfrage gebe es bereits für die künftige 7. Klasse.

Das Interesse der Eltern ist groß, manche Schüler wohnen sogar in Leipzig, Cottbus und Dresden. Die Masse kommt jedoch aus der unmittelbaren Umgebung und Berlin. Der Schulleiter verriet: „Viele Eltern sind verunsichert wegen des veränderten Schulgesetzes. Was die künftige Oberschule bringt, ist noch nicht so klar. Unser Profil steht dagegen fest. Dazu gehören die ganzheitliche Pädagogik, das Setzen klarer Regeln und Grenzen, die Betonung der Naturwissenschaften und aller Hauptfächer sowie der Grundsatz, dass keine Klasse mehr als 20 Schüler hat.“

Die Seeschule Rangsdorf will weiter wachsen. An den Kino-Schulbau soll künftig ein baugleiches Gebäude anschließen. „Die Genehmigung dafür haben wir schon. Bis 2007 müsste es stehen - wenn wir die Erlaubnis zum Betreiben einer Grundschule kriegen“, blickt Hamann voraus. Bis zum Sommer wird die Seeschule einen entsprechenden Antrag einreichen. Ziel ist es, im Schuljahr 2006/2007 mit Erstklässlern und möglicherweise auch mit Fünftklässlern zu starten. Frank Hamann: „Das öffentliche Interesse ist da. Wir haben hier alle Voraussetzungen wie Turnhalle, Mensa, Bibliothek. Und wir hätten die Chance, einen Großteil der künftigen Grundschüler für unser Gymnasium zu gewinnen.“

Gudrun Schneck
Märkische Allgemeine Zeitung am 21. Januar 2005

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