Kinder- und Jugendhilfe

In der Pubertät sind Konflikte und Probleme zwischen Eltern und Jugendlichen an der Tagesordnung. Wir, die Seeschule  Rangsdorf, unterstützen junge Menschen beim Erwachsenwerden. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern spielt in Punkto Lebensqualität und Entwicklung eine essentielle Rolle. Leider geraten Eltern manchmal in Situationen, in denen sie mit ihrer Rolle überfordert und auf Hilfe angewiesen sind. In bestimmten Fällen sind familienergänzende, verbindliche Maßnahmen hilfreich, wie z.B. durch stationäre Unterbringung in einer unserer Wohngruppen.
Hier genießen die jungen Menschen an fünf Tagen in der Woche eine intensive Förderung und Betreuung und verbringen die Wochenenden zuhause. Auf diesem Weg kann die familiäre Verbundenheit gefördert und die Beziehung zu den Eltern neu aufgebaut werden.
Ein weiterer großer Stressfaktor in der Pubertät stellen Konflikte im Bereich Schule dar. Manchmal enden diese in einer Schuldistanz. Durch einen vereinten Standort von Schule und Wohngruppe bieten wir Schulverweigerern keine Lücken, sich dem Unterricht zu entziehen oder zu spät im Unterricht zu erscheinen.
Wir bieten ein individuelles Lernen und Fördern in kleinen Klassen an. Das pädagogische Leitbild der Seeschule Rangsdorf ist geprägt durch ein ganzheitliches Erziehungskonzept bestehend aus dem Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Im Mittelpunkt steht eine positive Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, so wie der verantwortungsbewusste Umgang mit der Natur und dem Leben innerhalb einer demokratischen Gemeinschaft.
Grundlage unserer fachlichen Ausrichtung sind die Hilfen zur Erziehung gemäß den §§ 27, 34, 41 und 35a SGBVIII. Ob Verselbstständigung, die Vertiefung individueller Kompetenzen, die  positive Integration von Vergangenheit und Gegenwart oder der Erwerb eines Schulabschlusses – mit uns lernt es sich besser!


Unsere Wohngruppe für Mädchen mit problematischem Essverhalten.
Ca. jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren zeigt, laut dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert  Koch - Instituts, Symptome essgestörten Verhaltens. Jugendliche sind oftmals von einem langjährigen Leidensdruck betroffen, der weit über Themen wie Essen und Körpergewicht hinausgeht. Ein Klinikaufenthalt allein, reicht häufig nicht aus, um Erlerntes in den Alltag zu implementieren, eine gute Nachsorgeeinrichtung ist wichtig, damit die jungen Menschen nicht in alte Verhaltensmuster zurückfallen.
Das Mädchenhaus bietet allen Mädchen einen geschützten Rahmen um das Gelernte anzuwenden und individuelle Ziele zu erreichen. Unser Leistungsspektrum umfasst die Bereiche Ernährung, Betreuung/Erziehung, Schule, Freizeit, Sozialkompetenz- und Entspannungstraining. Neben der pädagogischen Betreuung werden die Mädchen durch eine Ernährungsfachkraft unterstützt.

Unsere Wohngruppe für Mädchen mit Essstörungen setzt nach einer umfassenden, stationären und/oder ambulanten Therapie an und möchte einen sanften Übergang von dem Klinikalltag beziehungsweise der engen therapeutischen Betreuung in ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Therapieerfolge sollen aufrechterhalten und bereits erlernte Strategien vertieft und verfestigt werden, um Rückfälle in essstörungstypische Verhaltensweisen einzugrenzen. Oftmals ist eine schulische Wiedereingliederung primäres Ziel. Die örtliche Nähe zwischen Wohngruppe und Schule hilft nicht nur Schulverweigerern. Nicht in der Mensa essen zu müssen, sondern in der „eigenen“ Küche neben den „eigenen vier Wänden“ kann in der Zeit des steten Veränderns eine große Erleichterung sein. Erleichternd ist es auch, in der Woche eine professionelle und engmaschige Betreuung zu erhalten und das Wochenende mit und bei der Familie verbringen zu können. Am Esstisch wieder miteinander lachen, das ist das Ziel.

*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!