Kinder- und Jugendhilfe

In der Pubertät sind Konflikte und Probleme zwischen Eltern und Jugendlichen an der Tagesordnung. Wir, die Seeschule  Rangsdorf, unterstützen junge Menschen beim Erwachsenwerden. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern spielt in Punkto Lebensqualität und Entwicklung eine essentielle Rolle. Leider geraten Eltern manchmal in Situationen, in denen sie mit ihrer Rolle überfordert und auf Hilfe angewiesen sind. In bestimmten Fällen sind familienergänzende, verbindliche Maßnahmen hilfreich, wie z.B. durch stationäre Unterbringung in einer unserer Wohngruppen.
Hier genießen die jungen Menschen an fünf Tagen in der Woche eine intensive Förderung und Betreuung und verbringen die Wochenenden zuhause. Auf diesem Weg kann die familiäre Verbundenheit gefördert und die Beziehung zu den Eltern neu aufgebaut werden.
Ein weiterer großer Stressfaktor in der Pubertät stellen Konflikte im Bereich Schule dar. Manchmal enden diese in einer Schuldistanz. Durch einen vereinten Standort von Schule und Wohngruppe bieten wir Schulverweigerern keine Lücken, sich dem Unterricht zu entziehen oder zu spät im Unterricht zu erscheinen.
Wir bieten ein individuelles Lernen und Fördern in kleinen Klassen an. Das pädagogische Leitbild der Seeschule Rangsdorf ist geprägt durch ein ganzheitliches Erziehungskonzept bestehend aus dem Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Im Mittelpunkt steht eine positive Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, so wie der verantwortungsbewusste Umgang mit der Natur und dem Leben innerhalb einer demokratischen Gemeinschaft.
Grundlage unserer fachlichen Ausrichtung sind die Hilfen zur Erziehung gemäß den §§ 27, 34, 41 und 35a SGBVIII. Ob Verselbstständigung, die Vertiefung individueller Kompetenzen, die  positive Integration von Vergangenheit und Gegenwart oder der Erwerb eines Schulabschlusses – mit uns lernt es sich besser!


Seit August 2016: Unsere Wohngruppe für Mädchen mit Essstörungen
Essen ist lebensnotwendig und dabei weit mehr als die bloße Aufnahme von Nährstoffen. Essen ist gesellig, die Zubereitung ein Hobby, für manch einen gar eine Berufung. Essenszeit ist Familienzeit, in der sich ausgetauscht wird und man miteinander lacht. Doch es gibt Momente, da fehlt das Lachen und Essen wird zur Qual. Dann ist es ein ganzes Konstrukt an Gefühlen, Gedanken, Sorgen und Wünschen. Und Ängsten. Ängste der Eltern, die nicht verstehen was los ist und Ängste des Kindes, das einen Kampf führt dessen Ausgang ungewiss ist. Ein essgestörtes Verhalten ist, für sich genommen, keine Krankheit. Nicht jeder, der sein Essen bis in die letzte Kilokalorie kontrolliert, ist gleich magersüchtig. Aber es gibt sie, die Essstörungen, wie sie medizinisch zusammengefasst werden und der Übergang von einem essgestörten Verhalten zu eben diesen ist schleichend und fließend. Und plötzlich fragt man sich, ob das eigene Kind schon immer so dünn war.

Unsere Wohngruppe für Mädchen mit Essstörungen setzt nach einer umfassenden, stationären und/oder ambulanten Therapie an und möchte einen sanften Übergang von dem Klinikalltag beziehungsweise der engen therapeutischen Betreuung in ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Therapieerfolge sollen aufrechterhalten und bereits erlernte Strategien vertieft und verfestigt werden, um Rückfälle in essstörungstypische Verhaltensweisen einzugrenzen. Oftmals ist eine schulische Wiedereingliederung primäres Ziel. Die örtliche Nähe zwischen Wohngruppe und Schule hilft nicht nur Schulverweigerern. Nicht in der Mensa essen zu müssen, sondern in der „eigenen“ Küche neben den „eigenen vier Wänden“ kann in der Zeit des steten Veränderns eine große Erleichterung sein. Erleichternd ist es auch, in der Woche eine professionelle und engmaschige Betreuung zu erhalten und das Wochenende mit und bei der Familie verbringen zu können. Am Esstisch wieder miteinander lachen, das ist das Ziel.

*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!