Huckedustersamstag

Besuchern unserer Schule fällt sicher zu gegebenen Zeiten eine Liste in unserem Glasinformationskasten auf, die Liste zum „Huckedustersamstag“.

Seit 2008 schreiben unsere Schüler in der Oberstufe ihre Klausuren samstags nach. Da wir jährlich fünf bis sechs Samstagsveranstaltungen dieser Art organisieren, bietet es sich an, diese Samstage auch für die Huckeduster zu öffnen.
Ein Huckeduster ist ein Schüler, der könnte, wenn er denn wollte, jedoch gerade nicht will. Kurz gesagt, er hat es faustdick hinter den Ohren. Er legt Regeln manchmal sehr individuell aus und nicht immer stellt sich bei ihm die Lust zur schulischen Mitarbeit ein.
Zunächst kann er im Schulalltag beweisen, dass er das ändern möchte. Er kommt auf die Samstagsliste mit B, wie „Bewährung“. Bis kurz vor dem Samstag kann er sich dann durch vorbildliche Arbeits- und Verhaltensweise „bewähren“ und braucht dann nicht zu erscheinen. Sollte er aber an seiner Huckedustereinstellung festhalten, erhält er an dem gewissen Samstag die Möglichkeit, die offenen Arbeiten nachzuholen und über seine Arbeitseinstellung nachzudenken.
In den meisten Fällen setzt während der Samstagsveranstaltung ein gewisser Reifeprozess ein, es kam auch schon zu "Spontanheilungen". Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass er danach sehr gut Biologie oder Chemie kann. Es sind natürlich auch andere Fächer möglich.
Wenn der Huckeduster im ersten Moment diese positive Wechselwirkung nicht gleich erkennt, so begreift er spätestens in der Oberstufe, wie wohltuend der  „Huckedustersamstag“ für seine Persönlichkeitsentwicklung war.

Und so bekunden unsere Abiturienten  beim Verlassen der Schule oftmals, dass sie den „Huckedustersamstag“ sehr vermissen.

Text: Karin Hohaus


*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!