Reisetagebuch Barcelona

Vom 9. bis zum 14. Oktober 2016 unternahm die Stufe 11 mit 45 SchülerInnen eine Studienfahrt nach Spanien, genauer gesagt in die Stadt Barcelona. Mit dabei waren unsere LehrerInnen Frau Lieberg, Herr Zschoge und Herr Köhn. Wir SchülerInnen bekamen im Vorfeld die Möglichkeit, uns einem der LehrerInnen und ihrem/seinem Interessengebiet zuzuordnen. Ich schloss mich der Gruppe Lieberg an, welche sich mit der Architektur und der künstlerischen Seite der Stadt auseinandersetzte.

Barcelona selbst ist die sauberste Stadt, die ich bisher gesehen habe. Müll auf der Straße, in einem Park, oder an die Seite geworfen, gibt es dort nicht, was bemerkenswert ist, da ich hin und wieder Schwierigkeiten damit hatte, einen Mülleimer zu finden, weil es verhältnismäßig wenige davon gab. Im Hinblick auf die deutschen Städte fällt außerdem auf, dass die Fußgängerwege in Barcelona in manchen Gegenden in der Mitte der Straße und teilweise breiter als die eigentliche Straße sind. Außerdem sind dort unteranderem Spielplätze oder Bänke zu finden.

 

Tag 1
Die Anreise

Die Fahrt begann am Sonntag, dem 9.Oktober 2016, auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Wir trafen uns um 8.45 Uhr am Lufthansaschalter. Alle begleitenden Lehrkräfte waren bereits angekommen. Wir trudelten nach und nach ein, was kein Problem war, da wir erst um 9.30 Uhr eincheckten. Nach der Kontrolle bekamen wir Freizeit bis 10.30 Uhr, um Toilettengänge zu absolvieren oder Proviant zu kaufen. Dann fanden wir uns im Flugzeug ein. Wir bekamen Sicherheitsanweisungen und nachdem das Flugzeug gegen 11.10 Uhr startete, gab es Essen, Getränke und zusätzlich Gummibärchen von Frau Lieberg, welche in den luftigen Höhen etwas danach schmeckten, wie alte Socken riechen. An diesem Tag bin ich persönlich zum ersten Mal geflogen. In München landeten wir gegen 12.10 Uhr zwischen, um anschließend weiter nach Barcelona zu fliegen. Der zweite Flug war etwas holpriger als der erste, jedoch wurde das durch den atemberaubenden Anblick der Alpen wieder ausgeglichen. Zwei Stunden dauerte der Flug. In Barcelona angekommen, teilten sich die Lehrer auf: Frau Lieberg leitete die große Gruppe an, während Herr Zschoge den Schluss bildete und darauf aufpasste, dass alle SchülerInnen den Anschluss fanden. Herr Köhn hielt die Gruppe in der Mitte zusammen. Schließlich fanden wir alle zusammen und es folgten drei Stunden Bahn- und Busfahrten und natürlich Fußmärsche, bis wir ausgedörrt um 17.20 Uhr die Unterkunft erreichten. Wir waren in dem Sporthostel Barcelona untergebracht. Doch anstatt das Gebäude zu erkunden, war der erste Wunsch von vielen, etwas zu trinken zu finden und zu duschen. Um 19.00 Uhr trafen wir uns alle zum Abendessen wieder. Es gab hauptsächlich Salat und Nudeln mit Tomatensoße. (Ich habe später erfahren, dass dies in Barcelona eine Vorspeise ist.) Der Rest des Abends bestand darin, ihn ausklingen zu lassen, bis wir uns ab 22.00 Uhr in den Zimmern auffinden sollten. Der Abend meines Zimmers bestand darin, auf der Dachterrasse zu entspannen.

 

Tag 2
Montag, der 10.10.16

Das Programm des zweiten Tages begann mit dem Frühstück um 8.30 Uhr. Danach bereiteten sich alle Gruppen für die jeweiligen Exkursionen vor, sammelten sich später im Eingangsbereich und zogen nacheinander gegen 9.30 Uhr los. In der Gruppe Lieberg wurde es so gehandhabt, dass die SchülerInnen die Exkursionen leiteten. Deshalb führten uns zuerst David und Jonas zum Thema Mittelalter zu ihren Besichtigungspunkten. Nach einem längeren Fußmarsch, da wir noch keine Bahntickets an diesem Tag besaßen, erreichten wir die „Santa Marie del Api“, eine gothische katholische Kirche, die wir auch von innen betrachteten. Auch den Garten des Gebäudes haben wir besucht und uns kurz in der beruhigenden Atmosphäre entspannt. Der Eisladen, der sich vor der Kirche befand, war zwar sehr teuer, dafür aber auch sehr lecker, hat zu dieser Entspannung sein Bestes dazugegeben. Die Exkursion führte uns über einen großen Platz mit Straßenkünstlern und das gleich zweimal, da wir in die falsche Richtung gelaufen sind. Wir kamen an die alte Stadtmauer Barcelonas. Von dort an übernahmen Nils und Timm die Leitung der Exkursion. Sie brachten uns zurück an die Kirche und erklärten uns auch die romanischen Merkmale des Gebäudes. In der Nähe aßen wir auch unser Mittagessen. Wir bewegten uns zuletzt noch bis zum Eingang des Schifffahrtsmuseums und trennten uns an diesem Ort. Wir bekamen Zeit, die Stadt auf eigene Faust weiter zu erkunden oder einfach in das Hostel zurückzugehen, bis um 19.30 Uhr das Abendessen, erneut mit Nudeln und Salat, serviert wurde. 

 

Tag 3
Dienstag, der 11.10.16

Der 3. Tag startete wieder 8.30 Uhr mit dem Frühstück. Dieses Mal reisten die Gruppen erst gegen 10.00 Uhr ab, da wir ab diesem Tag Bahntickets zur Verfügung hatten und uns mehr Zeit lassen konnten. Wir machten uns auf den Weg zu „Els Quatre Gats“, einem spanischen Café, das von Pablo Picasso zu seiner Zeit besucht wurde. Dort lauschten wir dem Vortrag von Lucas. Ab 10.30 Uhr ging die Leitung an Myriam und Sonja über, die uns den spanischen Jugendstil, den Modernismo, näherbrachten und fuhren zum „Haus von Gaudi“. Gaudi war ein bedeutender Architekt, der Barcelona sehr geprägt hat. Wenn man sich umschaut, wird man feststellen, dass in Barcelona sehr viele Gebäude von ihm entworfen wurden, doch nun zurück zu unserem Ausflug. Das Gaudi Haus haben wir leider nicht finden können, stattdessen haben wir zu Mittag gegessen und sind zum „Museu del Modernismo“ weiter gefahren. Dort waren künstlerische Werke von Architektur bis zu Gemälden ausgestellt. Frau Lieberg führte uns von da an weiter zu dem wohl bekanntesten Bauwerk Barcelonas, der von Gaudi entworfenen Kirche „Sagrada Familia“. Diese konnten wir betrachten und haben uns weiter auf den Weg gemacht zum Krankenhaus, mittlerweile Museum, „Hospital de la Santa Creu i Sant Pau“, ein weiteres imposantes, modernistisches Gebäude. Es entstand durch den Bankier Pau Gil, der in seinem Testament den Bau eines Krankenhauses verfügte. Das war auch der letzte gemeinsame Stopp des Tages. Die Gruppe löste sich auf und wir bekamen wieder Freizeit, bis das Abendessen stattfand und der Tag wieder sein Ende nahm.

 

Tag 4
Mittwoch, der 12.10.16

Der Mittwoch wurde von Anna und Pauline geleitet. Nach der üblichen Morgenroutine gingen wir gegen 9.30 Uhr zum „Museu Palmero“. Dieses Museum gehört einer bekannten Künstlerfamilie in Barcelona, der Familie Palmero. Wir trafen dort den Enkel Alfredo Palmero, der uns durch das Museum führte. Frau Lieberg übersetzte für uns, sowohl was er sagte, als auch unsere Fragen an ihn. Die Spanisch SchülerInnen verstanden Palmero recht gut und unser Oliver kommunizierte auf Spanisch mit ihm. Er erklärte uns die Geschichte des Museums und auch die Geschichte hinter einigen Bildern, die er selbst gemalt hatte. Neben den Gemälden zeigte er uns sein Atelier, welches er sonst von niemandem betreten ließ. Er gab uns dazu die Erlaubnis, da wir „jung und keine Künstler“ seien. Er hatte bei uns keine Sorgen, dass wir etwas kopieren könnten. Dieser Ausflug war für die meisten der Gruppe das Highlight der Reise und das beste Museum, das wir je gesehen hatten. Er inspirierte und berührte viele von uns und bot uns sogar an, nach Berlin zu kommen. Unser nächster Halt war der „Parc del Labyrint d`Horta“, eine schöne Parkanlage, die ihren Namen von dem Labyrinth auf der untersten Terrasse erhalten hat. Seit 1971 ist der Park öffentlich und gilt als „Botanisches Museum“. Wir machten es uns in diesem Garten gemütlich und aßen dort zu Mittag. Allerdings mussten wir Ewigkeiten auf das Essen warten und auch das Wetter hat es ab der Hälfte der Ewigkeit gut mit uns gemeint und versucht unseren Durst zu löschen… mit Regen. Zumindest war das Essen lecker. Danach trennten sich unsere Wege wieder. Frau Lieberg ging mit Sandro durch den Park und schaute sich das Wohnhaus von Gaudi an, einige von uns gingen zum Hostel zurück und der Rest verteilte sich erneut in der Stadt und nutzte die Freizeit, um weiter Barcelona zu erkunden. Um 19.00 Uhr gab es wieder Abendessen, bestehend aus Nudeln, Salat und der Hauptspeise Fisch, der nach Rührei schmeckte. Die Nachtruhe verschob sich auf 23.00 Uhr ab diesem Tag, da die LehrerInnen großes Vertrauen in uns hatten.

 

Tag 5
Donnerstag, der 13. 10. 16

Donnerstag war unser letzter richtiger Tag in Barcelona. Frau Lieberg wollte uns deshalb einen schönen Küstenort zeigen. Wir fuhren ab 9.30 Uhr nach Sitges. Lea klärte uns auf dem Weg dahin über die Hafenanlage auf. In Sitges angekommen waren wir überwältigt von dem Meerblick und den verschiedenen Küstenabschnitten. Einen kleinen Fußweg später hörten wir einen Vortrag von Sandro zu dem Kunstmuseum „Museu Cau Ferrat“, einem Museum in einer Seitengasse, das wir leider nicht betreten konnten, da es uns zu teuer war. Wir liefen weiter zu dem „Palau de Maricel“ und hörten dazu einen Vortrag von Lea. Auch das dortige Rathaus wurde von unseren Blicken nicht verschont. Wir durften auch hinein gehen, jedoch nicht sehr lang. Die Innenarchitektur war sehr schön. Die Mägen fingen auch langsam an zu knurren, weshalb wir uns ein Restaurant suchten. Wir hatten glücklicherweise noch Geld in der Reisekasse übrig, da wir nicht in das Museum gegangen waren, sodass wir alle eine große Mahlzeit in einem kleinen, typischen Lokal zu uns nehmen konnten. Wir bekamen danach Zeit uns umzuschauen. Ich schaute mir einen Markt etwas genauer an und kaufte ein paar Souvenirs. Eine halbe Stunde später trafen wir uns alle an der katholischen Kirche „Parròquia de Sant Bartomeu i Santa Tecla“, welche uns, erneut von Lea, näher gebracht wurde. Die Kirche war unser letzter Stopp des Tages. Wir fuhren daraufhin zurück ins Hostel und bekamen erneut Freizeit, bis das Abendessen begann. Unsere Nachtruhe lag wieder bei 23:00 Uhr

 

Tag 6
Freitag, die Abreise

Freitag diente nur der Abreise. Wir hatten, wie jeden Tag gegen 8.30 Uhr Frühstück und dann folgte das Zimmeraufräumen. Getroffen haben wir uns dann in dem Aufenthaltsraum des Hostels. Da wir einen wichtigen Zug bekommen mussten, eilten wir auch ohne viel Zögern los zur U-Bahn. Wir hatten allerdings ein Problem... wir hatten Nils im Hostel vergessen… also warteten wir 15 Minuten auf ihn. Die erste U-Bahn bekamen wir also nicht mehr, doch das war kein Problem, da wir noch Zeit hatten. Es folgte eine anstrengende Fahrt mit viel Körperkontakt im Bus, wie auch auf der Hinfahrt. Am Flughafen angekommen bekamen wir eine schlechte Nachricht: Unser Flug war verspätet. Eine knappe ¾ Stunde warteten wir, bis das Flugzeug abheben konnte. Aufgrund der Verspätung verpassten wir unseren Weiterflug in Frankfurt am Main, weshalb wir mehrere Stunden auf einen Anschluss warten mussten. Die Lufthansa gab ins zumindest eine kleine Entschädigung. Wir erhielten einen 10 Euro Gutschein für Essen innerhalb des Flughafens. Es war Zeit für asiatische Küche. Bedauerlicherweise senkte das den Frust der Mitschüler nur bedingt, verständlicherweise. Insgesamt kamen wir vier Stunden später in Berlin an, als es geplant war, doch immerhin besser als gar nicht anzukommen.

 

Fazit

Barcelona ist sehr empfehlenswert. Die Stadt hat sehr schöne Gebäude und unglaublich nette Menschen. Das Sporthostel war eine günstige Unterkunft und war im Endeffekt eigentlich ok, von der Ausstattung. Ungünstig war jedoch, dass die Rezeption und die Arbeiter nur bedingt der englischen Sprache mächtig waren, was oft zu Kommunikationsproblemen geführt hat. In meinen Augen hatten wir zeitlich eine wunderbare Aufteilung von Gruppenaktivitäten und Freizeit, sodass beide Aspekte nicht zu kurz kamen. Um mich kurz zu halten: Ich fand, es war eine schöne Reise und eine gute Erfahrung, die uns zeigte, dass zum Einen nicht überall die Verhältnisse der sozialen Unterstützung so gut sind wie in Deutschland, da viele Obdachlose und Arme in Barcelona leben und die uns zum Anderen berührt hat durch beispielsweise den Künstler Palmero. Außerdem schweißen solche Reisen die SchülerInnen Stück für Stück näher zusammen.

Text: Tom

*Die auf dieser Seite dominierenden männlichen Personenbezeichnungen dienen nur der besseren Lesbarkeit und gelten für beide Geschlechter!