Max Weber, der Begründer der Soziologie, bemerkte einmal, die Gesellschaftswissenschaft befände sich permanent auf der Suche nach ihrem Gegenstand. Das ist im Bereich der Schule allerdings nur bedingt richtig. Denn den Lehrerinnen und Lehrern der Gesellschaftswissenschaften sind durch die Rahmenpläne der Politik verbindliche Vorgaben erteilt, die zugleich ihren Unterrichtsgegenstand definieren. Doch innerhalb dieser Grenzen gibt es große pädagogische Spielräume, die an der Seeschule Rangsdorf so genutzt werden.
Die Fächer Geschichte, Politische Bildung, Geografie (Erdkunde) und Wirtschaft-Arbeit-Technik widmen sich dem Ziel des demokratischen, nachhaltigen und gesundheitsbewussten Handelns, indem sie von einem schülerorientierten und praxisnahen Ansatz ausgehen. Das bedeutet konkret, dass etwa im Geschichtsunterricht auch lokale und regionale Aspekte der Historie von den Lernenden selbst erforscht werden. Sei es auf Exkursionen, Expertenbefragungen, Planspielen, die sich insbesondere im Offenen Fachunterricht (OFU) der Sekundarstufe I realisieren lassen.
Im Politikunterricht wird die politische Mündigkeit der Lernenden auch dadurch gefördert, dass Bürgerinitiativen, Interessenverbände und Parteien aus Brandenburg und Berlin ganz praktisch untersucht werden. Schülerorientierung und Praxisbezug lassen sich im Erdkundeunterricht dadurch verwirklichen, dass kommunale Bau- und Besiedlungspläne auf ihre konkreten Folgen für die Menschen befragt werden. Und das in den Klassen 7-10 unterrichtete Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik zeigt den Lernenden ihre Handlungsspielräume in der Ökonomie auf: Wie funktioniert ein Unternehmen? Wie bekomme ich einen Platz fürs Betriebspraktikum? Welcher Bereich der Wirtschaft interessiert mich besonders für mein späteres Arbeitsleben?
Dabei lassen sich die Lehrenden der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer an der Seeschule Rangsdorf von der Überzeugung leiten, dass der beschleunigte soziale Wandel in einer von Globalisierung geprägten Welt auch Auswirkungen auf den Unterricht haben muss: Ganzheitliche Kompetenzen statt vereinzeltes Fachwissen lautet hier der oberste Grundsatz.