MAZ,Gudrun Schneck
17. Juli 2011
 
Sommerkurs in den Winterferien
56 Kinder aus aller Welt beim Sprachlehrgang des Goethe-Instituts in Rangsdorf

Beim Essen gehen die Meinungen auseinander. Aber sonst finden sie Deutschland ganz okay. In der Rangsdorfer Seeschule nehmen Kinder aus 25 Ländern derzeit an einem Kurs des Goethe-Instituts teil.

 

Rangsdorf | "Französisches Essen ist ein bisschen besser", findet Guillaume. Kaethe aus New York meint dagegen: "Hier isst man nicht so oft Pommes und Burger. Das Essen ist viel gesünder als in Amerika." Aus Angst vor Ehec-Erregern hatten manche Eltern zuvor Bedenken, ihre Sprösslinge überhaupt nach Deutschland zu schicken. 56 Mädchen und Jungen zwischen acht und dreizehn Jahren aus Asien, Australien, Amerika und Europa verleben derzeit an der Rangsdorfer Seeschule drei Wochen mit Lernen, Sport und Spiel. In einem Kurs des Goethe-Instituts verbessern sie ihre Deutsch-Kenntnisse. Erstmals ist in diesem Jahr ein Kind aus Kirgistan dabei.

Ralf Gotsch, schon den vierten Sommer Kursleiter in Rangsdorf, erklärt: "Es gibt lockeren Unterricht ohne Zensuren. Entsprechend der Vorkenntnisse haben wir vier Klassen gebildet. Nach täglich vier Unterrichtsstunden ist Freizeit-Zum Beispiel Ausflüge nach Berlin, Potsdam und in den Spreewald, ein Fußballturnier im Hort Groß Machnow, Reiten, unser Feierabend der Kulturen." Besonders freute er sich über den Nachmittag mit den Kindern des Rangsdorfer Hortes "Räuberhöhle", als gemischte Mannschaften an verschiedenen Stationen gemeinsam Aufgaben lösten.

Kevin (11) spricht schon fast fließend deutsch. Er hat einen deutschen Vater und eine brasilianische Mutter, lebte drei Jahre in Brasilien und jetzt in Dubai. Beide Eltern sind Manager. So wie Kevin haben alle Kurs-Kinder recht wohlhabende Eltern, die Sohn oder Tochter mit dem Aufenthalt in Deutschland gute Zukunftschancen, zum Beispiel für ein späteres Studium hier, eröffnen wollen und sich das auch etwas kosten lassen. Oft stammt ein Elternteil aus Deutschland und legt Wert darauf, dass der Nachwuchs die deutsche Sprache und Kultur kennt.

 Kevin ist begeistert vom Filmpark Babelsberg, vom Schloss Sanssouci und besonders vom Kaufhaus Alexa in Berlin: "In Dubai sind die Shopping Center langweilig fast nur Kleidung. Im Alexa gibt es große Abteilungen für Spielsachen und Süßigkeiten."

Die fröhliche Geraldine (11) aus Rumänien hat "ganz viele neue Freunde" gefunden, mit denen sie über Facebook in Verbindung bleiben will. 

Loukas (10) aus Griechenland besucht eine deutsche Schule in Athen. Der Junge mit den verträumten Augen macht unserer Sprache ein erstaunliches Kompliment: "Englisch ist eine wichtige Sprache. Aber Deutsch ist eine schöne Sprache. Ich möchte viel lernen." Er hat allerdings ein bisschen Heimweh nach seinen Eltern und seinem Hund Scooby. Ähnlich ergeht es zwei Schwestern aus Ecuador. Kursleiter Gotscher erzählt: "Wir haben Kuscheltiere für sie gekauft, jetzt geht es schon besser."

Sara Schenk ist Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. "Es macht mir total Spaß. Man kann zusehen, wie sich die Kinder sprachlich verbessern", berichtet sie. Sie merke ihnen auch an, dass in anderen Ländern anders unterrichtet wird: "In Asien spricht der Lehrer, die Schüler schweigen dann. Bei uns geht es ungezwungener zu." Alice aus Australien muss leider vorzeitig ihre Koffer packen. Down Under gehen die Winterferien zu Ende. Die heimische Schule ruft.