Träger der künftigen Kindertagesstätte an der Rangsdorfer Walther-
Rathenau-Straße könnte der Verein Kitalino werden.
RANGSDORF Nächstes Jahr will die Gemeinde Rangsdorf an der Walther-Rathenau-Straße eine neue Kita bauen. Die derzeit 465 Rangsdorfer Kita-Plätze werden bald nicht mehr ausreichen.
Vorgesehen ist, an der Rathenaustraße zunächst 40 bis 50 Plätze zu schaffen und im Jahre 2013 ein zweites Gebäudemodul mit 30 Plätzen anzubauen. Die Gemeinde hat das Grundstück bereits von der Immobiliengesellschaft TLG gekauft. Bis Ende Februar wird Rangsdorf für das Bauvorhaben Fördermittel beim Landkreis beantragen. Offen ist, wer die Kita betreiben soll.
Bürgermeister Klaus Rocher (FDP): „Die Fröbel Potsdam GmbH hat Interesse bekundet. Infrage kommen auch die Elterninitiative Kitalino oder die Gemeinde selbst. Es gab zum Beispiel die Überlegung, die kommunale Kita Gartenhäuschen in dem Neubau unterzubringen, was der Kita-Ausschuss aber nicht möchte.“ Jeannette Averhaus, Vorstand des Vereins Kitalino, der die Kita „Lino“ in der Stauffenbergallee betreibt, sagte: „Wir wären bereit, die künftige Kita zu übernehmen. Allerdings wollen wir eine kleine, kuschelige Einrichtung bleiben. Sobald das zweite Modul angebaut ist, würden wir die Trägerschaft dann gern an die Kommune geben.“
Ohne große Diskussion empfahl der Sozialausschuss den Verein als künftigen Träger. „Euch kennen wir wenigstens“, hieß es. Die Kita „Lino“ existiert seit Herbst 2009 und hat ihre Kapazität von 25 Kindern bereits erreicht. Ein neues Domizil wäre in absehbarer Zeit ohnehin nötig, weil die Räume nur so lange von der SEESCHULE gemietet sind, bis die Schule sie selbst braucht.
In der Einwohnerfragestunde meldeten sich Anlieger der Walther-Rathenau-Straße zu Wort. Sie sind nicht etwa gegen eine Kita in ihrer Straße – wie mancher geargwöhnt hatte –, sondern fürchten um die Zufahrt zum Weg an der Rückseite ihrer Häuser. Und das nicht ohne Grund, denn die Gemeinde hat diesen Streifen als Kita-Bauland mitgekauft.
Peter Ochmann trug das Anliegen vor: „Wir sind auf die Nutzung des Weges hinter den Reihenhäusern angewiesen, um unsere Garagen und Schuppen zu erreichen. Wäre es nicht möglich, die Kita um drei Meter zu verschieben, damit die Zufahrt bleibt? Die Kinder könnten auf unserem Weg natürlich spazieren gehen, da ist ja so gut wie kein Verkehr.“
Laut Bürgermeister braucht die Kita die gesamte erworbene Fläche. „Die Gemeinde kann aber versuchen, bei der TLG einen Streifen dazuzukaufen. Falls das klappt, könnte unser Grundstück etwas nach links rücken. Die Anlieger der Straße müssten der Kommune diesen Streifen bezahlen“, stellte Klaus Rocher in Aussicht. Voraussetzung sei außerdem ein Gemeindevertreterbeschluss. Die Anlieger waren erleichtert.