Wie läuft denn das Leben so ab in Deutschland? 45 Kinder aus 20 Nationen verbringen derzeit drei Wochen in Rangsdorf, um sich hier umzusehen und ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.
RANGSDORF „Manchmal ist ein Wort vonnöten. Oft ist’s besser, dass man schweigt“, schrieb Johann Wolfgang Goethe. Er konnte nicht ahnen, dass einst eine Einrichtung mit seinem Namen, das Goethe-Institut, sein geliebtes Deutsch in alle Welt tragen und umgekehrt Menschen aus aller Welt nach Deutschland holen würde. In der SEESCHULE RANGSDORF nehmen 8- bis 13-jährige Kinder aus 20 Ländern gegenwärtig an einem dreiwöchigen Deutsch-Kurs des Goethe-Instituts teil.
Die jungen Gäste kommen unter anderem aus den USA, aus Kuweit, China,Rumänien, Japan, Spanien und Ägypten. Isabella ist Mexikanerin und lebt mit ihrer Familie in Kolumbien. Zlatko kommt aus Kroatien. Der elfjährige Grieche Costas geht in der Nähe von Athen in eine deutsche Schule. Die Eltern aller dieser Kinder – oft sind es Geschäftsleute – möchten, dass ihre Töchter oder Söhne die deutsche Sprache erlernen, um zum Beispiel später in Deutschland studieren zu können. Sogar ein deutsches Mädchen ist dabei, das mit seinen Eltern schon jahrelang in Norwegen lebt und deshalb kaum Gelegenheit hat, die Muttersprache zu sprechen oder zu schreiben. Alle Eltern haben den Lehrgang voll bezahlt. Vormittags gibt es vier Stunden Unterricht, nachmittags Sport, Freizeit und Ausflüge nach Berlin und Potsdam.
Am Donnerstag stand ein Fußballturnier mit Rangsdorfer und Groß-Machnower Hortkindern in der Sporthalle Groß Machnow auf dem Programm. 14 sportbegeisterte „Goethe-Kinder“ hatten sich dafür gemeldet, alles Jungen.
„Wir wollen, dass sich die Kinder mischen. Bei Sport und Spiel geht das am besten“, so Betreuer Lars Förster. Ein anerkennender Klaps auf die Schulter nach einer geglückten Balljagd und der gemeinsame Jubel nach einem Tor – ansonsten blieben die internationalen Kontakte noch zaghaft. Am nächsten Donnerstag werden sich die Hort- und die „Goethe-Kinder“ noch einmal zu Staffelspielen im Hort „Räuberhöhle“ Rangsdorf treffen. Vielleicht ist das Eis dann schon gebrochen.
Costas, zu Hause ein begeisterter Basketballer, versichert: „Mir gefällt es hier. In Deutschland ist alles so sauber. Ich habe auch schon neue Freunde gefunden.“ Carolin, die in den Hort Groß Machnow geht, würde schon gerne mit den ausländischen Altersgefährten ins Gespräch kommen: „Ich kann ja auch ein bisschen Englisch, aber mir fällt gerade nichts ein.“
Mut gehört eben dazu, in einer Fremdsprache zu reden. Kursleiter Ralf Gotsche wünscht sich für seine Schützlinge den direkten Kontakt zu deutschen Familien: „Ich würde mich freuen, wenn deutsche Familien mit Kindern mal zwei unserer Schüler für einen Nachmittag zum Spielen einladen würden.“ Noch bis zum 8. August dauert der Deutsch-Kurs.
Am 29. Juli ab 18.30 Uhr veranstalten die Kursteilnehmer in der SEESCHULE einen „Feierabend der Kulturen“ mit Modenschau, Liedern und Tänzen aus den Herkunftsländern der Kinder. Publikum ist willkommen und wird (wegen des anschließenden Essens) um Anmeldung gebeten unter Tel. 033708/44 06 15 oder Tel. 01520/9 86 17 71.