
Oberst i.G. Georg Alexander Hansen wohnte in Rangsdorf, FOTO: Siegfried Wietstruk, Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Claus Schenk Graf von Stauffenberg, FOTO: Siegfried Wietstruk, Gedenkstätte Deutscher Widerstand
RANGSDORF - Eine Straße, die früher zum Flugplatz und zum Aero-Club-Haus führte und heute Zufahrt zur Feng-Shui-Siedlung und zur Seeschule ist, trägt seit dem 20. Juli 1994 den Namen „Stauffenbergallee“. Eine Straße in der neuen Siedlung „Seepark“ zwischen Friedensallee und Tannenweg heißt „Georg-Hansen-Straße“. Auf der Seeseite der Seeschule steht seit dem 20. Juli 2004 ein Stein mit einer Gedenktafel, auf der an Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und an seinen Adjutanten Oberleutnant Werner von Haeften erinnert wird, die am 20. Juli 1944 vom Flugplatz Rangsdorf aus mit einer He 111 in Richtung Ostpreußen mit dem Ziel starteten, Hitler im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg durch ein Bombenattentat zu töten, um dann die Nazidiktatur und den Krieg beenden zu können.
Als Stabschef beim Oberbefehlshaber des Ersatzheeres hatte Oberst Stauffenberg Vortrag in der Lagebesprechung bei Hitler zu halten. Er flog von Rangsdorf aus, weil hier zahlreiche Maschinen zentraler Dienststellen der Wehrmacht stationiert waren.
Im Bücker-Luftfahrt-Museum Rangsdorf wird seit der Eröffnung 2001 dieser Hitlergegner unter den Offizieren gedacht. Zum 60. Jahrestag des Attentats gab es zusätzlich eine Sonderausstellung, die am 20. Juli 2004 auch von Franz Ludwig Graf von Stauffenberg, einem Sohn des Obersten, besucht wurde.
Stauffenberg glaubte noch nach dem Heimflug und der Landung in Rangsdorf sowie der Ankunft in Berlin an den Erfolg des Attentats. Hitler aber überlebte. Er wurde nur leicht verletzt. Der Oberst und sein Adjutant gehörten zu den ersten Opfern der Rache. Sie wurden mit General Olbricht und Oberst Mertz von Quirnheim standrechtlich zum Tode verurteilt und um Mitternacht auf dem Innenhof des Bendler-Blocks in Berlin erschossen.
Zur Gruppe der Hitlergegner um Stauffenberg gehörte auch der Oberst im Generalstab Georg Alexander Hansen. Er wohnte mit seiner Familie seit Ende 1941 im Grenzweg 1 in Rangsdorf. In seinem Haus trafen sich wiederholt Hitlergegner. Hansen, ab Sommer 1943 Abteilungsleiter in der von Admiral Wilhelm Canaris geleiteten Abteilung Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht, wurde nach dessen Ablösung im Februar 1944 sein Nachfolger. Am 22. Juli 1944 verhaftet, wurde er am 10. August zum Tode verurteilt und am 8. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Stauffenbergs damaliger Flug mit einer Heinkel He 111 mit dem Kennzeichen CG – FW und dem Flugzeugführer Oberfeldwebel Agatz ist übrigens durch den Flugbefehl belegt, der im Bücker-Luftfahrt- Museum ebenso eingesehen werden kann wie zahlreiche weitere Dokumente und Fotos zum 20. Juli 1944 und Rangsdorf sowie zu Stauffenberg, Hansen, Canaris und weiteren Hitlergegnern, die ihr Leben verloren.
Vor kurzem erhielt die Dauerausstellung noch ein maßstabgerechtes Modell einer He 111 mit fast zwei Meter Flügelspanne.
Das Museum lädt zum Besuch der Ausstellung am Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr ein und hält Literatur zur Rangsdorfer Luftfahrt- und Ortsgeschichte bereit.