Bad Saarow (uwe) Für zahlreiche Sportarten ist es ein Traum, irgendwann auf der Bühne Olympias ein Teil der Sportjugend der Welt zu sein. Ein Traum, den auch der Golfsport hegt. So ist es nicht verwunderlich, wenn das Landesfinale im Bundeswettbewerb "Jugend trainiert für Olympia, das am Donnerstag in Bad Saarow ausgetragen wurde, unter dem Motto stand: "Golfen im Geiste der olympischen Idee".
Immerhin kann das Golfspiel bereits auf eine olympische Vergangenheit zurückblicken. In den Jahren 1900 (Paris) und 1904 (St. Louis/USA) war es im Programm. Und auch für die Zukunft hat Rainald Bierstedt Hoffnung: "Ich bin mir sicher, dass Golf 2016 wieder olympisch ist." Da heißt es für den engagierten Berater Schulgolf Brandenburg frühzeitig den Nachwuchs heranziehen. Der Olympische Golf-Tag auf den Golfplätzen des A-Rosa Resorts in Bad Saarow ist da hilfreich. In den teilnehmenden Mannschaften am Landesfinale der Wettkampfklasse (WK) II sowie der Landesbestenermittlung in der offenen bzw. der WK IV spielen Nachwuchsgolfer, die in ihren Schulen durch das Wahlpflichtfach Golf an den Sport heran geführt werden. Ein Fach, das von Golfklubs gefördert wird. So kooperieren die Fürstenwalder Schulen mit dem A-Rosa Resort, in Strausberg ist das Pendant die Golf-Anlage in Wilkendorf.
"Das ist der erste Schritt", sagt Bierstedt. "Ziel ist es, die Schüler in der Schule für den Sport zu begeistern, damit sie später in den Klubs weiterspielen." Allerdings steht Bierstedt und seinen Mitstreitern noch einige Arbeit ins Haus. "Ein Ansturm war noch nicht zu verzeichnen", sagt Bierstedt. Vier Mannschaften trugen das Landesfinale in einem Zählspiel über 18 Löcher auf dem Stan Eby-Platz aus.
Am Ende holte sich das Helmholtz-Gymnasium Potsdam das Ticket zum Bundesfinale in Berlin. Auf dem zweiten Platz kam das Fontane-Gymnasium Strausberg vor der 1. Oberschule aus Fürstenwalde (Philipp Lehmann, Tony-Richard Wolf, Marcel Wurl und Stacy Schuster). Für den Fürstenwalder Kapitän und Wahlpflichtfach-Lehrer Raimund Rieger keine ß“berraschung. "In unserem Team haben alle ein Handicap von 54. In anderen Teams gibt es Spieler, die haben 4,5, sind also fast Profis."
Keine Profis waren auch im Team der Erich-Kästner-Schule Fürstenwalde (Justin Kuprella, Philipp Briesenick, Kathrin Wolf, Anja Luthe), das in der WK IV zu einem Vielseitigkeits-Wettbewerb (u.a. Ball-Jonglieren, Ball-Slalom, 10 m-Putten) und einem 9-Loch Scramble (immer der bestplatzierte Ball wird weitergespielt) antrat. Platz drei hinter Fontane-Gymnasium Strausberg und der Grundschule Glienicke störte aber nicht. Der Spaß und die Begeisterung am Golfen stand im Vordergrund. "Golf ist cool und nicht nur etwas für alte Leute", sagt Justin Kuprella bestimmt und schlägt den Ball umgehend mit dem Driver rund 100 Meter weit. Auch seine Lehrerin Kathrin Drews ist vom Wahlpflichtfach überzeugt: "Die Kinder sind begeistert und mit Interesse dabei. Im nächsten Jahr wollen wir noch eine jüngere Gruppe aufmachen, weil auch die Unterstützung von außen stimmt.
Die kommt nicht nur vom A-Rosa Resort, sondern auch vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Dessen Vertreterin, Sylvia Madeja, zeigte sich nicht nur von den Bedingungen in Bad Saarow begeistert. Sie lobt das Engagement von Rainald Bierstedt. ("Er hat viel bewirkt.") und sieht Golf als einen pädagogisch wertvollen Sport an. "Er fördert Teamfähigkeit und Fairness." Ganz im olympischen Sinne.
Weitere Ergebnisse:
Landesbesten-Ermittlung der WK offen: 1. Gymnasium Bernhardinum Fürstenwalde (Frederik Schmatz, Robby Rieger, Dominik und Katharina Tarnawski); 2. Seeschule Rangsdorf
Wettspiel um den A-Rosa Schulgolf-Cup: 1. Helmholtz-Gymnasium Potsdam, 2. Gymnasium Bernhardinum Fürstenwalde, 3. Fontane-Gymnasium Strausberg
