Seit vergangenen Freitag herrscht in den Räumen der Gymnasien wieder angespannte Ruhe: Die Abiturienten haben ihre ersten Prüfungen geschrieben. Während die meisten von ihnen dreizehn Schuljahre hinter sich haben, legen einige ihr Abitur schon nach zwölf Jahren ab.
ZOSSEN An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Dabendorf gibt es in diesem Jahr eine Besonderheit: In den Abiturprüfungen, die am 24. April gestartet sind, sitzen nicht nur Schüler der Jahrgangsstufe 13. Hier rauchen auch die Köpfe jener Schüler, die am 6-plus-6-Modell teilgenommen haben und ihr Abitur bereits nach zwölf Schuljahren absolvieren. Sie haben zunächst sechs Jahre auf der Grundschule verbracht, bevor sie in der 7. Klasse auf die Gesamtschule wechselten. Nach dem ersten Halbjahr der 10. Klasse sind sie dann direkt ins zweite Halbjahr der 11. Klasse der gymnasialen Oberstufe gesprungen und haben dadurch ein Jahr gewonnen. „Die meisten der Schüler, die am Modell 6 plus 6 teilnehmen, gehören zu den leistungsstärksten Abiturienten“, sagt Schulleiter Burghard Sattler. Von den insgesamt 85 Abiturienten legen 24 die Prüfung schon nach zwölf Jahren ab.
Auch am Marie-Curie-Gymnasium in Ludwigsfelde absolvieren in diesem Jahr erstmals Schüler der Jahrgangsstufe 12 ihr Abitur. Sie haben das Gymnasium jedoch schon ab der 5. Klasse besucht und sind Teil der Leistungsprofilklasse, die die 8. Klasse übersprungen hat. Aufgrund des Zentralabiturs laufen auch hier – wie an allen Gymnasien im Land Brandenburg – die Abiturprüfungen seit letzten Freitag. „Ein Teil der Schüler schreibt im Ludwigsfelder Kulturhaus, die anderen sitzen hier in der Schule“, sagt Schulleiter Volker Freitag. 17 der insgesamt 110 Abiturienten absolvieren die Leistungsprofilklasse.
„Schon ab Klasse 9 hat sich gezeigt, dass die Jüngeren mit die Besten sind“, sagt der Schulleiter. Eine weitere Schnellläuferklasse sei nicht mehr geplant, denn „im Jahr 2012 wird die jetzige 9. Klasse ihr Abitur ohnehin regulär nach zwölf Jahren machen“.
Wie in Ludwigsfelde so nimmt auch am Blankenfelder Kopernikus-Gymnasium die zweite von insgesamt drei Leistungsprofilklassen des Landkreises Teltow-Fläming in diesem Jahr gemeinsam mit der Jahrgangsstufe 13 an den Abiturprüfungen teil. Die Schnellläufer gehören auch hier zu den leistungsstärksten der insgesamt 84 Abiturienten, wie der stellvertretende Schulleiter Bernd Albus berichtet. Auch künftig wird es am Kopernikus-Gymnasium eine Leistungs- und Begabungsklasse geben. „Die Schüler dieser Klasse legen ihr Abitur wie alle, die neu ans Gymnasium kommen, nach zwölf Jahren ab, sie erhalten aber zudem in bestimmten Fächern eine intensivere Förderung“, erklärt Bernd Albus, an dessen Schule gestern das letzte Auswahlgespräch mit einem der insgesamt 61 Bewerber für das kommende Schuljahr lief.
Für ihre Lehrer und Mitschüler hatten sich die Abiturienten zum Abistreich am vergangenen Donnerstag bereits etwas Besonderes ausgedacht: Zum Thema Märchen verkleideten sie sich als die Sieben Zwerge oder Schneewittchen und gestalteten ein buntes Programm. Höhepunkt war die Gesangseinlage der Lehrer: „Hänsel und Gretel als Rap-Version ist doch mal ’was anderes“, sagt Bernd Albus schmunzelnd.
Auch am Fontane-Gymnasium in RANGSDORF wurden die Abiturprüfungen mit dem Abistreich eingeleitet. Einen Tag vor der ersten Prüfung gab es unter anderem ein Quiz, bei dem Schüler gegen Lehrer antraten. „Die Schüler haben gewonnen“, verrät Oberstufenkoordinator Hajo Schwerdt lachend. Mittlerweile sitzen auch hier die 91 Abiturienten gemeinsam in der Sporthalle und grübeln über ihren Aufgaben. Vom 18. bis zum 25. Mai stehen die mündlichen Prüfungen an. „Dazwischen liegt aber noch Himmelfahrt, so dass die Schüler einmal durchatmen können“, sagt Hajo Schwerdt.
Den 33 Abiturienten an der privaten SEESCHULE RANGSDORF raucht seit Freitag ebenfalls der Kopf. „Da sie ihre Prüfungen in einem separaten Gebäude schreiben, ist für die nötige Ruhe gesorgt“, sagt Oberstufenkoordinatorin Karin Hohaus.