RANGSDORF In Zukunft nur in zwölf Jahren zum Abitur? Dass sich diese Schulzeit in Brandenburg um ein Jahr verkürzt, ist für die meisten eine gute Nachricht. Welche Veränderungen sich damit für Lehrer und Schüler ergeben, das ist für viele noch eine offene Frage. Die SEESCHULE RANGSDORF stellte sich dem Thema. Sie lud zu einer Informationsveranstaltung ein.
Deutlich wurde, dass eine große pädagogische und organisatorische Herausforderung bevorsteht. Die Leiterin der SEESCHULE, Christiane Goltz, und Oberstufenkoordinatorin Karin Hohaus hatten ihren konkreten schulbezogenen Ausführungen einen Vortrag von Peter Strutzberg von der Berliner Humboldt-Universität vorangestellt.
Der Erziehungswissenschaftler sprach über ausgebrannte Lehrer, überlastete Schüler und Mängel bei der Lehrerbildung. Er verglich die Bildungslandschaft Deutschland mit der anderer Staaten wie Kanada oder Finnland und bemängelte, dass die Verkürzung der Abizeit nur eine Weiterführung der verfahrenen Bildungskarre sei. Weiterhin gelte: Wissen vor Können. Der Stoff des heute noch um ein Jahr längeren Bildungsganges werde dann in die verkürzte Zeit „gestopft“.
Dem stimmte Karin Hohaus anschließend zu und erläuterte Veränderungen bei Prüfungen und der Wahl von Kursen. Punktsystem, Haupt- und Klausurfächer, Anwahl von Leistungskursen – sehr verwirrend für viele der anwesenden Eltern.
Erfolgt die Gleichschaltung mit Berlin, bislang existiert noch kein Zeitplan, gibt es noch einmal Veränderungen im regionalen Bildungsdschungel, wie Christiane Goltz andeutete. „Die jetzigen neunten Klassen sind der neuralgische Jahrgang“, so die Schulleiterin. „Deren zehntes Schuljahr fasst, grob vereinfacht, die derzeitige zehnte und elfte Klasse zusammen. Und Prüfungen gibt es natürlich auch.“
Kommen die Schüler in die elfte Klasse, laufen sie mit den jetzt regulären zwölften parallel. Die jetzigen neunten und zehnten Klassen werden also im Schuljahr 2012/13 gleichzeitig Abiturprüfungen ablegen. Für die Lehrer ist das eine doppelte Herausforderung, auf die sich die Schule nun vorbereitet.
Desireé, die jetzt die 10. Klasse absolviert, konnte am Veranstaltungsende ohne zu zögern ihre gewünschten Kurse für das nächste Jahr in eine Tabelle eintragen. Ihr Vater musste eingestehen, dass manches etwas unklar blieb. Zu aller Erleichterung versicherte Karin Hohaus, dass es in regelmäßigen Abständen Gespräche mit den Schülern zur Fächerwahl und zum Leistungsstand geben wird. Da bei dieser Schule in freier Trägerschaft die Eltern Vertragspartner der Schule seien, würden sie, auch wenn deren Kinder volljährig sind, stets in das Geschehen einbezogen werden.