Märkische Allgemeine Zeitung, gs
10. November 2007
 
Rangsdorf lässt Waldorf-Kita bauen
"Spatzennest"-Umbau beginnt 2008

Rangsdorf: Selten war eine Rangsdorfer Ausschusssitzung so kurz (eine Stunde) und gleichzeitig so fruchtbar. Vielleicht lag das auch an der Zuschauermenge. Der Sozialausschuss und der Gemeindeentwicklungsausschuss trafen sich am Donnerstag, um über den Haushalt 2008 zu beraten. Nachdem der Entwurf fast fertig ist, ging es nun darum, noch weitere 522 700 Euro zu verplanen - geschätzte Mehreinnahmen, die man sich vor allem aus dem Gewerbesteueraufkommen 2008 verspricht.

Es kristallisierten sich schnell zwei Notwendigkeiten heraus. Ab August 2008 muss die Gemeinde eine neue Bleibe für den Waldorf-Kindergarten ,,Schwalbennest'' geschaffen haben. Dessen Mietvertrag im Internat der Seeschule läuft aus. Laut Kita-Gesetz hat Rangsdorf für neue Räume zu sorgen.

Außerdem soll die dringend erforderliche Sanierung des Haupthauses der größten örtlichen Kita "Spatzennest" endlich beginnen. Dem verliehen viele Eltern mit ihrer Anwesenheit vorgestern Nachdruck. Gefährdet schien das Vorhaben durch den Antrag von CDU und SPD, zusätzliches Geld für Straßenreparaturen einzuplanen. Doch dies spielte angesichts der gebotenen Eile bei den Kita-Vorhaben bald keine Rolle mehr.

Die Mitglieder beider Ausschüsse einigten sich schließlich einstimmig auf eine Empfehlung an die Gemeindevertretersitzung. Demnach sind im Haushalt des nächsten Jahres 300 000 Euro für den Umbau der Kita "Spatzennest" vorzusehen. Die Baugenehmigung wird noch in diesem Jahr beantragt. Der Umbau muss bei laufendem Kita-Betrieb erfolgen. Deshalb kann er nur in zwei Jahresscheiben verwirklicht werden: im nächsten und im übernächsten Jahr.

Weitere 222 700 Euro sollen zum Erwerb eines noch zu bauenden Hauses für die Waldorf-Kita "Schwalbennest" verwandt werden. Relativ rasch war man sich einig, dass ständige Mietausgaben die Gemeindekasse langfristig stärker belasten als die Schaffung von Eigentum. Auf Vorschlag mehrerer Abgeordneter favorisieren die beiden Ausschüsse ein 1500 Quadratmeter großes Gemeinde-Grundstück an der Stauffenbergallee.

Bürgermeister Klaus Rocher (FDP): "Wir könten dort jemanden den Kindergarten bauen lasses und das fertige Gebäude Anfang 2009 kaufen. Die Zeit wird natürlich knapp. Als Zwischenlösung müsste der Kindergarten auf alle Fälle zunächst ins Kita-Gebäude im Grenzweg ziehen, das wir nur noch bis Ende November 2008 nutzen können." Der Eigentümer wünsche keine weitere Verlängerung des Mietvertrages, sondern den Verkauf des Grundstücks.

Sollten die Gemeindevertreter der Empfehlung folgen, wären alle anderen Varianten für den künftigen Standort des Waldorf-Kindergartens vom Tisch - auch das ASB-Angebot, neben der Seniorenresidenz an der Seebadallee eine Kita zu bauen und an die Gemeinde zu vermieten.

Dass sich Rangsdorf nicht längerfristig um die Unterbringung des Waldorf-Kindergartens gekümmert hat, begründete der Bürgermeister: "Wenn irgendeine Fraktion schon im Sommer der Meinung gewesen wäre, dass wir selbst bauen wollen, wären wir heute weiter. Jetzt wird's tatsächlich eng."