Märkische Allgemeine Zeitung, Peggy Heydick
03. November 2007
 
Waldorf-Kita sucht neues Domizil
Gemeindevertreter unter Zeitdruck

Zum Herbstfest in der Residenz haben sich die Senioren und die Kita-Kinder bereits kennengelernt. (Foto: Peggy Heydick)

Rangsdorf: Als der waldorforientierte Kindergarten "Schwalbennest" im September 2005 in das Internatsgebäude der Rangsdorfer Seeschule zog, war klar, dass es sich dabei nur um eine Übergangslösung handeln würde.
Im August 2008 braucht die Seeschule das Haus, um Internatsschüler darin unterzubringen. Die Zeit drängt also, eine neue Bleibe für den Kindergarten zu finden.

Verschiedene Varianten wurden in den Ausschüssen bereits diskutiert. Die Gemeinde könnte auf einem eigenen Grundstück selbst einen Kindergarten bauen. Ein Investor würde einen Kindergarten neu bauen und an den Trägerverein vermieten. Eine weitere Möglichkeit wäre die Ansiedlung des Kindergartens in Groß Machnow in unmittelbarer Nachbarschaft zur Außenstelle der Grundschule, indem der Investor ein vorhandenes Gebäude für die Kinder sanieren würde. Angedacht wurde auch der Einzug in das "Bärenhaus", das mit der Fertigstellung des Waldhausanbaus und Umbaus nicht mehr gebraucht werden würde. 

Vor allem die beiden letzten Versionen stießen bei den Eltern des Kindergartens auf Ablehnung. Sie bevorzugen eine neue Lösung. Der ASB-Regionalverband Königs Wusterhausen/Potsdam, der an der Seebadallee im Mai eine Seniorenresidenz eröffnet hat, bot der Gemeinde an, auf seinem noch ungenutzten Grundstück nebenan einen Kindergarten für 45 Kinder zu errichten. "Der ASB würde sich freuen, als Wohlfahrtsverband seiner Verantwortung für die Entwicklung der Gemeinde nachzukommen und einen Teil des Grundstückes dem Kindergarten zur Verfügung zu stellenf", erklärte ASB-Geschäftsführer Michael Braukmann.

Doch die Gemeindevertreter fassten keinen Beschluss.

Dabei ist das größte Problem die davoneilende Zeit. "Wahrscheinlich müssen wir nach einer Zwischenlösung suchen" zog Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) nach der Sitzung sein Resümee. Gern würde er noch geplante Fördermittelprogramme abwarten, doch dafür bleibt vermutlich keine Zeit.

Inzwischen melden sich die Eltern, deren Kinder das "Schwalbennest" besuchen, auch öffentlich zu Wort. Dank des Vereinsvorstandes, der über sämtliche Lösungsvorschläge durch die Gemeinde informiert wurde, konnten sie abwägen, welche Variante für das Fortbestehen des Kindergartens am besten geeignet sein würde.

Felix Klinkenberg äußerte als Vater die Befürchtung, als Waldorfeltern schlechter gestellt zu sein als andere. Vorurteile gegenüber der Waldorfpädagogik hätte es schließlich bereits bei der Ansiedlung des Kindergartens gegeben.

Jan Hildebrandt (SPD) betonte: "Kein Gemeindevertreter hat etwas gegen den Waldorfkindergarten."

Die Eltern haben schon ihre bevorzugte Lösung gefunden: den Kindergartenneubau auf dem Gelände des ASB. "Die Kinder können von den älteren Menschen profitieren und umgekehrt", begründete Felix Klinkenberg. "Die Gemeinde ist gewillt, eine Lösung zu finden", versprach Hartmut Klucke, Vorsitzender der Gemeindevertretung.