Rangsdorf: Der Verein Freie Stadtrandschulen Berlin-Brandenburg erhofft sich von der Gemeinde Rangsdorf Rückenstärkung bei der Etablierung einer Kreativ-Grundschule. Doch die Abgeordneten tun sich schwer.
Zusätzlich zu dem bereits arbeitenden Privatgymnasium Seeschule Rangsdorf möchte der Verein künftig eine Grundschule betreiben. Beim Ministerium scheiterte das Konzept bisher, weil es auf einer vierjährigen Grundschule beruhe und der Wechsel zum Gymnasium problematisch sei. Laut Christoph Schmidt, Geschäftsführer des Vereins, sind diese Vorwürfe unhaltbar. Der Verein hat eine einstweilige Anordnung auf Genehmigung der Schule beantragt. Von Rangsdorf wünscht er sich eine Willensbekundung zu der Kreativitäts-Grundschule.
Die Meinung des Sozialausschusses am vergangenen Mittwoch war gespalten. Mehrere Mitglieder betonten, dass eine weitere Schulform die Vielfalt der Schullandschaft und damit die Attraktivität des Ortes stärken würde. Andererseits fürchtet man die zusätzlichen Ausgaben für die Gemeinde. Die Privatschule selbst verursacht zwar keine Kosten, wohl aber der angeschlossene Hort.
Laut Kita-Gesetz (Horte gelten als Kindertagesstätten) hat die Gemeinde einem freien Träger das Gebäude und die Bewirtschaftungs- und Erhaltungskosten zur Verfügung zu stellen. Das gilt jedenfalls ab dem Zeitpunkt, da die Kita in den Bedarfsplan des Kreises für die Kita-Betreuung aufgenommen worden ist. Jan Hildebrandt (SPD) sagte: "Für die Schule wäre ich sofort, aber da sie einschließlich Hort konzipiert ist, bin ich sehr skeptisch. Denn den müssen wir finanzieren." Er schätzt, dass ein großer Teil der Kinder, die diese Privat-Grundschule besuchen würden, ohnehinnicht in Rangsdorf wohnt. Bei auswärtigen Schülern müsste die jeweilige Heimatkommune die Kosten übernehmen - was aber mit bürokratischem Aufwand für die Gemeindeverwaltung verbunden ist und auch unerfreuliche Zahlungsverzögerungen mit sich bringen kann. "Das Land Berlin zahlt unregelmäßig. Und wenn der Kita-Beitragssatz in der Heimatkommune niedriger ist als bei uns, bekommen wir auch weniger", so die zuständige Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) gab aber auch zu bedenken: "Unsere Grundschule, in der manchmal 30 Kinder in einer Klasse sitzen, würde entlastet durch die neue Schule. Und für diese neue Schule müssten wir weder Hausmeister noch Sekretärin bezahlen."
Auch Heide Wolffgramm (UWB) setzte sich für die Kreativitätsschule ein und mahnte an, die günstigen Bedingungen für die Schüler und nicht das Finanzielle in den Vordergrund zu stellen. Am Donnerstag dieser Woche steht das Thema auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung.