Märkische Allgemeine Zeitung, Ursula Czerlinski
19. Januar 2007
 
Andrang bei Privatschule
Tag der offenen Tür in Rangsdorf

Gar nicht so leicht, eine Gesprächspartnerin zu finden: Der Andrang in der Seeschule Rangsdorf war groß.

Rangsdorf: Es ist viel los beim „Tag der offenen Tür" der privaten Seeschule Rangsdorf. Die Schüler führen ihre Besucher in die Turnhalle, ins Internat oder durch die Fachräume. Dort präsentieren die fast 180 Gymnasiasten ihre Fächer und Projekte.
Sie bieten Quiz und Lernstufentest. Siebtklässler Lennard ist gerne hier: „Es gibt alle zwei Monate eine Beurteilung und nach der fünften Stunde ist Projektunterricht". Der ist neu, ebenso die Zusammenarbeit mit einem Psychologen zur Lerndiagnostik. Der Projektunterricht vertieft Inhalte des Lehrplans der Klassen 7 bis 10. Themen sind etwa Nationalsozialismus, Industrielle Revolution und Lebensformen. Eigenverantwortliches Arbeiten ist da gefragt. „Das fällt vielen schwer", meint ein Siebtklässler. „Die Lehrer sind Lernberater", sagt Christoph Schmidt, Geschäftsführer des Internats. „Wichtig sind positive Lernerfahrungen, sich Themen auf andere Art zu nähern, mit Mitschülern oder über Internet Probleme zu lösen", erläutert er. Unter den 40 Mitarbeitern der Seeschule sind 28 Lehrer und Internatsbetreuer. Sie sind für elf Klassen zuständig. Die Schülerzahlen schwanken dabei zwischen 12 und 21. „Das Abitur kann man eins zu eins mit anderen Schulen vergleichen", sagt Internats-Chef Schmidt. Gefördert werden besonders schwache und starke Schüler. „Kein erkauftes Abitur, keine besseren Noten als anderswo, kein Heim-Image des Internats wie früher", sagt dessen, Leiter Frank-Tammo Barfuß und erzählt von Lernzeiten und Kreativ- und Sportangeboten.
Die Seeschule beeindruckt auch die Fachbesucher, darunter Ines Knopke und Britta Lohner von der Grundschule Rangsdorf. „Interessant wäre nun zu sehen, wie der Unterricht abläuft", meint Ines Knopke. Das gilt vor allem für die BIP-Grundschule. Viele Eltern sind gekommen, so dass man nur mit Mühe Gesprächspartner findet unter den vier Lehrern für die geplanten ein bis zwei ersten und eventuell eine zweite Klasse. Der Nachfrage nach außergewöhnlichen Schulkonzepten ist groß. BIP steht für Bildung, Intelligenz, Persönlichkeit. In den Kreativitätsgrundschulen geht es darum, das gesamte Begabungs- und Kreativitätspotenzial der Kinder zu entwickeln. Das Konzept stammt von Hans-Georg Mehlhorn, die erste Schule entstand 1997. Umgesetzt wird dies in Form einer Ganztagsschule. „Wir haben für die Grundschule viereinhalb neue Stellen geschaffen", sagt Frank Hamann, Schulleiter der Seeschule. Die bisher arbeitslosen Lehrer absolvieren derzeit die erforderliche Ausbildung zum Kreativitätspädagogen. Auf die Eltern kommen l 380 Euro Schulgeld pro Monat | plus Aufnahmegebühr zu. „Wir haben 23 Anmeldungen für die erste Klasse, zehn für eine zweite", sagt Frank Hamann. Aber auch Eltern jüngerer Kinder seien interessiert. Für ihn schließt sich mit Waldorfkindergarten, BIP-Grundschule und Seeschule „ein Kreis". Über die Genehmigung für die Grundschule soll, so Hamann, spätestens im März entschieden werden.