Rangsdorf: Ungewöhnliche Wege geht die Seeschule Rangsdorf. Als Privatschule hat sie größere Spielräume beim Einsatz finanzieller Mittel und gleichzeitig hohe Ansprüche an die eigene Verlässlichkeit. "Wir haben deshalb ein starkes Interesse daran, den Krankenstand zu senken" erläutert Frank Hamann, Schulleiter und Geschäftsführer der Seeschule.
24 Lehrer unterrichten zurzeit an dem Gymnasium, mehr als die Hälfte davon hat Nachwuchs im Kindergarten- und Grundschulalter. Diese Tatsache brachte Cristian Tschirpke mit Beginn der herbstlichen Erkältungswelle auf eine Idee. Als Lehrer an der Seeschule und Vater zweier Töchter kannte er die Zwickmühle, in die er selbst auch leicht geriet: Seine Vaterrolle beim kranken Kind übernehmen oder in der Schule unterrichten? Bei leichten Erkrankungen fiel ihm die Wahl oft schwer.
Nun bleibt ihm diese Situation erspart. Wenn er oder seine Kollegen es möchten, können sie einen Babysitter engagieren, der sich zu Hause ums Kind kümmert. Die Entscheidung sei jedem Lehrer natürlich selbst Überlassen, betont Christian Tschirpke, der diese Möglichkeit bereits für seine jüngste Tochter genutzt hat. Die. Seeschule zahlt den :Babysitter, um den Unterrichtsausfall zu vermeiden.
Die Idee wurde nicht nur von der Schulleitung, sondern auch im Kollegium sehr gut angenommen. "Als freie Schule können wir damit ein Zeichen setzen", erklärt Christian Tschirpke.
Zeichen ganz anderer Art setzen die Pädagogen mit dem Projektunterricht, der mit Beginn des laufenden Schuljahres im Gymnasium eingeführt wurde. Während am Vormittag laut Lehrplan unterrichtet wird, werden Themen des Rahmenlehrplanes am Nachmittag aus verschiedenen Perspektiven in kleineren Gruppen beleuchtet. Gemeinsam mit den Schülern legen die Lehrer den Sinn und die Ziele der Projekte fest. Die Rolle des Lehrers verändert sich dabei in die eines Beraters und fördert auf diese Weise das selbständige Lernen. Drei bis vier Wochen widmen sich die Schüler einem Thema und stellen ihre Ergebnisse in Ausstellungen und Vorträgen vor.
