
Die Schüler der 7. Klasse Konrad Mai (links) und Gerd-Christian Rissel führten den Gästen während des Tages der offenen Tür physikalische Experimente vor.
Rangsdorf: Seit fast fünf Jahren gibt es die Seeschule Rangsdorf, und sie ist weiter auf Erfolgskurs. "Während andere Internate in Deutschland klagen, wachsen wir stetig", erklärte die pädagogische Leiterin der Schule Christiane Goltz. Um Schüler für die nächste 7. Klasse zu gewinnen und Sofortwechsler zu werben, die bereits zum Halbjahr auf die Privatschule umsatteln, lud die Einrichtung zum Tag der offenen Tür ein.
Viele Familien kamen. Geduldig beantworteten die Schüler jede Frage und führten die Gäste durch die Gebäude am Rangsdorfer See. So auch Mark Bennert, der Familie Sommer aus Berlin stolz den gut ausgestatteten Computerraum zeigte. Die Sommers waren beeindruckt: "Man erkennt hier einen deutlichen Unterschied zu staatlichen Schulen." Nur die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei für sie ein Problem.
Doch nicht nur Führungen hatten die Schüler organisiert. Vielmehr gewährten sie Einblicke ins Schul- und Internatsleben, indem sie Theaterlesungen veranstalteten, Physikexperimente durchführten, sich beim Aerobic verausgabten und auf dem schneebedeckten Sportplatz Flagfootball spielten.
Zurzeit lernen im Gymnasium 170 Schüler, 40 von ihnen besuchen das Internat. Im nächsten Schuljahr werden erstmals 18 Schüler das Abitur ablegen. Als ihr Erfolgsrezept sieht es Christiane Goltz, dass die kleine familiäre Schule eine Lücke füllt, die durch die Größe der staatlichen Schulen entsteht. Den Erfolg als Gymnasium würde die Seeschule gern als Ganztagsgrundschule fortsetzen. Sollte das Bildungsministerium zustimmen, wird bereits zum kommenden Schuljahr mit einer ersten und einer fünften Klasse gestartet. Sollte ausreichend Bedarf bestehen, könnten auch weitere Klassenstufen hinzukommen und damit die enge Situation der Rangsdorfer Grundschule entlasten.
Die private Grundschule soll sich dem Leben in und mit der Natur widmen. Das passt wiederum gut zum Konzept des waldorforientierten Kindergartens "Schwalbennest", der sich auf dem Gelände der Seeschule befindet und ebenfalls zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte.
Auch hier fanden Eltern Antworten auf viele Fragen, vereinbarten Schnupperstunden und konnten beobachten, wie herzlich ihre Kinder aufgenommen wurden, so wie die kleine Julia aus Rangsdorf, die gar nicht mehr nach Hause gehen wollte.
Auch der Kindergarten wächst. Nur noch zehn freie Plätze sind für Kinder ab zwei Jahren vorhanden. "Außerdem präsentieren wir uns jetzt mit neuen Seiten im Internet unter "www.waldorfgemeinschaft-rangsdorf.de", berichtete Andrea Mönkhoff, Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik. Ab Februar ist der Kindergarten erreichbar unter
(03 37 08) 44 07 60.