Märkische Allgemeine Zeitung, ILDIKO RÖD
19. Oktober 2004
 
Aero-Club ist wieder flott
Seeschule nimmt Lehrbetrieb im sanierten ehemaliegen Fliegertreff auf

Einen besonderen Schulauftakt gab es gestern für die Schüler der Seeschule Rangsdorf, die zum ersten Mal im sanierten Aero-Club die nunmehr hochmodernen Bänke drückten. (Foto: Klaus Schlage)

Rangsdorf: Eine "Premiere" der besonderen Art gab es gestern in der Seeschule Rangsdorf, wo der neu sanierte Komplex des einstigen Aero-Clubs in Betrieb genommen werden konnte. Nach gut siebenmonatiger Sanierung hat sich das Gebäude, das einst zur Olympiade 1936 errichtet wurde, nun in ein Vorzeigeobjekt für moderne Arbeitsbedingungen im Schulunterricht verwandelt. 2,8 Millionen Euro, die großteils von einer privaten Investorengruppe aufgebracht wurde, sind laut Angaben der Schulleitung in die Instandsetzung des denkmalgeschützten Baus geflossen.

Auf gut 2 400 Quadratmetern hat man fünf Unterrichtsräume, fünf Verwaltungsräume, verschiedene naturwissenschaftliche Kabinette und einen Computerraum eingerichtet. Daneben soll eine Werkstatt im Erdgeschoss entstehen, in der auch die Ruder und Segel-Arbeitsgemeinschaften Boote unterstellen können, sowie eine Bibliothek.

Um effizienten Unterricht zu gewährleisten, sei man von den ursprünglichen, sehr eng bemessenen Raumstrukturen abgewichen, erläuterte Architekt Martin Schwake von der Firma Simon und Partner. Bei der Sanierung der Mensa, die mit ihren hohen Fensterfronten einen weiten Rundblick über den Rangsdorfer See bietet und das optische Glanzstück des Aero-Clubs ist, habe man sich streng an die Vorgaben durch den originalen Saal gehalten: Eichenparkett und eine hölzerne Wandverkleidung, die noch zu 55 Prozent aus der Erbauungszeit stammt und neu aufgearbeitet wurde.

Ansonsten ist alles, vom Mobiliar über das Essensbüffet bis zum Computer-Server, neu. Auch die räumliche Großzügigkeit wirke auf Schüler und Lehrerschaft beflügelnd: "Das ist ein echter Qualitätssprung", erläuterte die pädagogische Leiterin, Christiane Goltz, das neue Lebensgefühl der Seeschüler, die bislang viele ihrer Unterrichtsstunden in Containern absolvieren mussten, die provisorisch auf dem Gelände aufgestellt sind.

"Klasse, edel, schwärmten denn auch Schüler wie der Elftklässler Nikolas Lindau über das neue Lernambiente, dem einige kreative Schüler gerade den letzten Schliff geben werden: So wird etwa einer der Räume von einem derzeit noch halbfertigen Wandgemälde geschmückt, einem Werk der Kunst AG, das vielleicht schon zur Einweihungsfeier des Gebäudes am 27. November fertig sein könnte.

An diesem Tag soll eine Begehung für alle Interessenten auch ein Dankeschön für die Unterstützung der Rangsdorfer Gemeinde sein, die dem Bauprojekt stets sehr hilfreich zur Seite gestanden habe, unterstrich Direktor Frank Hamann. Am 20. Januar 2005 ist zudem ein Tag der offenen Tür geplant. Zu diesem Zeitpunkt wird man wahrscheinlich schon etliche weitere bauliche Neuzugänge bewundern können: Ein drittes Schulhaus, zwei Internatsgebäude und zwei Betreuerhäuser, an denen derzeit noch gebaut wird und die zu Jahresende das schöne Schul-Ensemble am See komplettieren sollen.