Märkische Allgemeine Zeitung, Hartmut F. Reck
21. August 2004
 
Physik hier, Spanisch dort
Staatliches Fontane-Gymnasium und private Seeschule koorperieren

Der Biologie - Unterricht wie hier im Fontane-Gymnasium läuft weiterhin getrennt. Schüler der privaten Seeschule können aber Leistungskurse in anderen Fächern am staatlichen Gymnasium belegen. Dafür können Fontane-Gymnasiasten Spanisch an der Seeschule lernen. (Foto: Klaus Schlage)

Rangsdorf: Keine Probleme hat der Bildungsausschuss des Landkreises Teltow-Fläming damit, dass das in seiner Trägerschaft befindliche Fontane-Gymnasium in Rangsdorf mit der privaten Seeschule in der Nachbarschaft zusammenarbeitet. Beide Schulen haben nämlich den Antrag an das Staatliche Schulamt in Wünsdorf gestellt, im Bereich der Sekundarstufe II zu kooperieren.

Inzwischen hat nämlich die Seeschule die 11. Jahrgangsstufe erreicht und muss ab dem zweiten Halbjahr Leistungskurse für ihre 19 Schüler der 11. Klasse anbieten. Das kann sie aufgrund ihrer noch geringen Größe aber nur in den Fächern Deutsch und Biologie. Mit dieser Kombination ließe sich ohne weiteres ein Abitur machen, und nach Worten der pädagogischen Leiterin Christiane Goltz von der Seeschule würden wohl viele dieses Angebot auch annehmen. Dies hätte für sie den Vorteil, weiter im kleinen Klassenverband zu lernen. Dennoch wolle man den Seeschülern die Möglichkeit bieten, auch in anderen Fächern Leistungskurse zu besuchen. Das betrifft die Fächer Englisch, Kunst, Geografie, Geschichte, Mathematik und Physik, die das Fontane-Gymnasium als Leistungskurse anbietet, die Seeschule aber nur als Grundkurse abdecken kann.

Was am Donnerstag kurz im Bildungsausschuss beraten und befürwortet wurde, wird eigentlich schon seit Schuljahresbeginn praktiziert. Die Leistungskurse beginnen zwar erst im zweiten Schulhalbjahr, aber als Gegenleistung bietet die Seeschule schon jetzt Fontane-Schülern an, als zweite Fremdsprache Spanisch bis zum Abitur zu belegen. Dieser Grundkurs hat natürlich schon begonnen.

ß“ber dieses zusätzliche Angebot für seine Elftklässler freut sich auch Fontane-Schulleiter Ditmar Friedrich. Dies sei insbesondere interessant für diejenigen Schüler, die die 11. Klasse wiederholen müssen, und die bisher Russisch hatten, was ihnen jetzt nicht mehr angeboten werden kann; oder für diejenigen, denen Französisch nicht mehr so liegt und die nach einer anderen zweiten Fremdsprache suchen, die sie brauchen, um das Abitur zu erreichen. Auch wechseln alle Latein-Schüler, die in der 10. Klasse ihr Latinum absolviert haben, zu Spanisch, weiß Christiane Goltz von.ihren Schülern in der Seeschule.

Insgesamt sind elf Fontane-Schüler, die seit Dienstag vergangener Woche den Spanisch-Grundkurs in der Seeschule besuchen. Eine entsprechende Zahl von Seeschülern werde das Leistungskurs-Angebot des Fontane-Gymnasiums nutzen, schätzt Christiane Goltz ein. Und der Landkreis unterstützt diese Zusammenarbeit zwischen der staatlichen und der privaten Schule, um ein möglichst breit gefächertes Bildungsangebot im Landkreis zu erhalten.

Von der Entfernung her, ist dies wohl auch kein Problem. Von der einen zur anderen Schule braucht man etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß, was in den großen Pausen vor beziehungsweise nach den Doppelstunden zu schaffen ist. So findet der Spanisch-Kurs dienstags in der 8. und 9. Stunde und freitags in der 1. und 2. Stunde statt.