Märkische Allgemeine Zeitung, Ursula Czerlinski
06. März 2004
 
Aeroclub wird umgebaut
Arbeiten starten am Montag / Altes Kino weicht Unterrichtsräumen

Im alten Kino am Aeroclub restaurieren Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Segeln derzeit noch Boote. (Foto: UC)

Rangsdorf: Am Montag beginnt der zweite Bauabschnitt am Aeroclub auf dem Gelände des Privatgymnasiums Rangsdorf. Wie der Vertreter des Investors, Hans Ebrecht, jetzt mitteilte, soll die denkmalgerechte Rekonstruktion des Gebäudes bis zum kommenden Schuljahresbeginn abgeschlossen sein. Träger der im September 2001 eröffneten Schule, seit März 2004 ein staatlich anerkanntes Gymnasium, ist die Freies Internat und Gymnasium Rangsdorf GmbH & Co KG.

Am 15. Juli 1936 war das zur Olympiade gebaute Haus, das nach Angaben des Historikers Siegfried Wietstruk 17 Übernachtungsräume, einen großen Saal, Speise- und Wirtschaftsräume beherbergte, eingeweiht worden. Jetzt sollen hier weitere Klassenzimmer, Mehrzweckräume, Mensa und Schulverwaltung Platz finden. Im Keller, früher als Autogarage genutzt, wird Platz für die Segelboote sein. Die Rekonstruktion erfolgt denkmalgerecht, mit Parkett und Holzvertäfelung im Innenraum und einer Putzfassade außen.

Im Rahmen des 60. Jahrestages des von hier aus gestarteten gescheiterten Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944, ist außerdem die Anbringung einer Gedenktafel geplant. Wie Schulleiter Frank Hamann mitteilte, wird hierzu möglicherweise der Sohn von Claus Graf Schenk von Stauffenberg anwesend sein.

Bauarbeiten gibt es aber auch an anderer Stelle. Das alte Kinogebäude, noch vor dem Aeroclub längs der Stauffenbergallee im Wald gelegen, wird abgerissen. Hier, wo im Moment die Schüler der SegelAG ihre Boote überholen, wird in Fertigbauweise ein Gebäude mit acht Unterrichtsräumen entstehen, die Bodenplatte wird im April gefertigt. Zusätzlich entstehen zwei weitere Gebäude im Rahmen des Internats-Ensembles, eines für Lehrer und ein weiteres für Schüler. Somit können 70 Internatsschüler untergebracht werden. "Ein enger Zeitrahmen", bestätigte Hans Ebrecht. Für die Bauvorhaben sind 3,5 Millionen Euro vorgesehen. Bereits 600 000 Euro hat der erste Bauabschnitt mit der Schwammsanierung des Aeroclubs gekostet. Das Privatgymnasium hat eine siebente Klasse, die Klassen acht bis zehn laufen zweizügig, die maximale Klassenstärke liegt bei 20 Schülern. Für die ab Sommer beginnende elfte Klasse wird zusätzlich Spanisch als Fremdsprache für Anfänger angeboten. Das teilte die stellvertretende Schulleiterin Christiane Goltz der MAZ mit.