
Für diese früheren Kasernengebäude in Rangsdorf gibt es auf absehbare Zeit keine Nutzungsinteressenten. Deshalb sollen sie mit Hilfe eines 80-prozentigen Landeszuschusses bald abgerissen werden. (Foto: Klaus Schlage)
Rangsdorf: Ab Mitte November sollen auf dem ehemaligen Militärgelände Rangsdorf drei leer stehende Blocks und einige Nebengebäude fallen. Es handelt sich um frühere Wohnhäuser von Offiziersfamilien an der Stauffenbergallee, schräg gegenüber vom Privatgymnasium. Die Gemeinde hat jetzt im Zusammenwirken mit der Flächenverwalterin Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG) Fördermittel für den Abriss beantragt.
Er soll im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bis zum April 2004 geschehen. Über das Konversionsprogramm des Landes Brandenburg von 807 000 Euro möglich. Den Eigenanteil von 89 0100 Euro trägt die BBG. Für die Gemeinde Rangsdorf ist der Abbruch unentgeltlich.
Bisher gilt dieses Gebiet südlich und östlich des Sportplatzes der einstigen sowjetischen Nachrichteneinheit als Wohnbaufläche. Voraussetzung, für die 80-prozentige Förderung des aufwändigen Rückbaus ist, dass das zu entsiegelnde Gelände dauerhaft renaturiert wird. Rangsdorf verzichtet also auf rund drei Hektar Bauerwartungsland.
Laut dem Bauausschuss-Vorsitzenden Manfred Wäsche (CDU) fällt es der Gemeinde aber nicht schwer, das zu verschmerzen. "Wir haben in Rangsdorf noch einen solchen Vorrat an Wohnbauflächen , dass er erst in zwei Jahrzehnten aufgebraucht sein dürfte. Für das Umfeld der privaten Schule am See sowie für die Ordnung und Sicherheit auf dem Bückerareal ist der Abriss der ungenutzten, langsam verfallenden Wohnblocks auf jeden Fall ein Gewinn. Wir sollten die sich bietende Chance des für uns kostenfreien Abrisses unbedingt nutzen."
Offenbar gibt es auch keine Interessenten, welche die Mehrgeschosser sanieren oder dort neue Häuser errichten wollen. Auf eine entsprechende Frage von Hartmut Rex (PDS) antwortete Heinz, Bär, Leiter der Regionalstelle West der Brandenburgischen Bodengesellschaft: "Es gab eine öffentliche Ausschreibung für dieses: Teilgrundstück. Daran beteiligte sich kein einziger Investor - auch nicht die auf dem Konversionsgelände Rangsdorf bereits aktive gemeinnützige Wohnungsbau Aktiengesellschaft Gewobag." Die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes das frei werdende Land muss als Grünfläche darin ausgewiesen werden - bezahlt die Brandenburgische Bodengesellschaft.
Bauamtsleiterin Gabriele Lange betonte auf Anfrage von Heide Wolffgramm (Unabhängiger Wählerbund Rangsdorf), dass die für den Abriss vorgesehenen Bauten nicht dem Denkmalschutz unterliegen.