Märkische Allgemeine Zeitung, Gudrun Schneck
01. August 2003
 
Wieder Start mit Provisorium
ontainer am Privatgymnasium Rangsdorf überbrücken den Bauverzug

Schulleiter Frank Hamann (links) und Ulrich Stieghan von einer Braunschweiger Elektrofirma besprechen die Installation der Elektrokabel in den Containern. (Foto: Klaus Schlage)

Rangsdorf: Das neue Schuljahr beginnt am Rangsdorfer Privatgymnasium abermals mit einem Provisorium. Am Montag wurden Container aufgestellt. Sie enthalten vier Klassenräume, Mensa und Lehrerzimmer. Voraussichtlich 120 Mädchen und Jungen werden ab 18. August in den Klassen sieben bis zehn in der Schule am See lernen, doch der Baufortschritt hinkt der wachsenden Schülerzahl hinterher. Die Container sollen die Zeit überbrücken, bis das denkmalgeschützte ehemalige Aeroclub-Gebäude zum Schulhaus umgebaut ist. Die Gemeinde Rangsdorf hat die Aufstellung der Container für zwölf Monate genehmigt.

Schulleiter Frank Hamann hofft, dass die Bauarbeiten am Aeroclub so schnell wie möglich beginnen und dann auch der Umbau des früheren Kinos zum zweiten Schulgebäude und die Errichtung eines dritten Internatshauses in Angriff genommen werden. Eigentlich sollte der Aeroclub schon mit Aufnahme des Schulbetriebs vor zwei Jahren fertig sein. Weil die Baugenehmigung später als erhofft kam, wurde das Turnhallengebäude so ausgebaut, dass dort auch Klassenzimmer Platz fanden. Die Arbeiten kamen jedoch ins Stocken, weil der Investor die Handwerksbetriebe nicht bezahlen konnte.

Dieser Investor, eine westdeutsche Anlegergemeinschaft, verhandelt jetzt wiederum mit der Investitionsbank des Landes Brandenburg über die Freigabe vereinbarter Kredite. Die Bank fordert Bürgschaften.

Schulleiter Frank Hamann verliert jedoch nicht den Optimismus: "Der Trägerverein unserer Schule erfüllt seine Aufgaben. Wir registrieren eine große Nachfrage, die höchste in den achten Klassen. Da werden wir im kommenden Schuljahr eine Klassenstärke von 20 Schülern erreichen. Die Eltern äußern sich zufrieden mit unserer pädagogischen Arbeit trotz materieller Unzulänglichkeiten. Die Eltern akzeptieren auch die Container als Übergangslösung. Doch das darf sich nicht ewig hinziehen."

Bei den Neuanmeldungen halten sich die Berliner Schüler und die aus dem Land Brandenburg die Waage. Es gibt sogar welche aus Leipzig und Dresden. "Im Vergleich zu anderen Privatgymnasien sind unsere Internatspreise durchaus interessant", erklärt Frank Hamann diesen Umstand.

Wegen der steigenden Schülerzahl beschäftigt der Trägerverein nun vier neue Lehrer, so dass es insgesamt 13 sind, und zwei weitere Sozialpädagogen. Schon mit Beginn des vergangenen Schulhalbjahrs waren eine Hauswirtschaftspflegerin und ein Hausmeister aus der Arbeitslosigkeit eingestellt worden. "Das sind Leute, die nicht einfach ihren Job machen, sondern die Schüler einbeziehen - und das klappt wunderbar. Die Jugendlichen helfen dem Hausmeister und werden von der Häuswirtschaftspflegerin angehaltene zum Beispiel die Tische abzuräumen", so Hamann.

Auf eine ganzheitliche Erziehung, die Kopf, Herz und Verstand gleichermaßen erreicht legen die Pädagogen der Schule am See großen Wert. Unter anderem deshalb heißt der Schulträger seit einigen Monaten nicht mehr "Neue Schule Nauen gGmbH", sondern "Freie Stadtrandschulen Berlin-Brandenburg e.V." Schulleiter Frank Hamann: "Es gab Reibungspunkte. Deshalb haben wir einen neuen Verein gegründet, der auch als Träger für das private Gymnasium Zepernick fungiert. Wir verfolgen ein sehr praxisorientiertes Konzept und Management."