RANGSDORF „Wir sind empört über diese verantwortungslosen Hundehalter“, äußerte die Tier-Arbeitsgemeinschaft der SEESCHULE im Amtsblatt. Zwei Rehe waren mit zerfetzten Läufen gefunden worden und mussten getötet werden. Von einem Rehbock konnten Lehrer gerade noch den wildernden Hund wegzerren.
Das Gebiet um die Schule am Rangsdorfer See ist offen zugänglich. ß“ber die verlängerte Stauffenbergallee über das Schulgelände bis hin zum Ufer-Wanderweg am kleinen Strand, dann am Aero-Club vorbei bis zur ersten Kanalbrücke Klein-Venedigs – soweit reicht das 16 Hektar große Areal der Schule. Die hat es über eine Firma von der Brandenburgischen Bodengesellschaft gepachtet.
Aber nicht alle der generell gern gesehenen Besucher verhalten sich korrekt, wie Christiane Goltz, stellvertretende Schulleiterin, berichtet. Am kleinen Strand hinterlassen ortsfremde Angler, die unerlaubt mit Autos kommen, ihren Dreck. Schüler räumen ihn montags regelmäßig weg. Vor Anker liegende Segelboote werden beschmutzt. Die kaputte Schutzhütte musste abgerissen werden. Oft sind Besucher nicht nur laut, sondern gar motorisiert und lassen ihrer Zerstörungswut freien Lauf. Und es gibt Leute, die in den ehemaligen grünen Kommandantenvillen Müll abladen – und eben Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner frei laufen lassen.
„Das verstehe ich nicht unter naturverbundenen Menschen“, sagt Christiane Goltz. Jetzt ist das innere Schulgelände umzäunt, am Wochenende ist das graue Tor an der Stauffenbergallee nur noch für Fußgänger und Radfahrer passierbar. Sogar zwischen dem Aero-Club und den Internatshäusern stehen Pfosten, weil auch hier Autofahrer auf der Suche nach dem See durch das gekennzeichnete Schulareal fuhren. Christiane Goltz hätte am liebsten ein Gelände ohne Zaun und Schilder, „aber dann bräuchten wir einen Wachmann“. Deshalb gibt es jetzt Hinweise für Besucher: Keine Autos, kein Lagerfeuer, Betreten des Geländes „auf eigene Gefahr“. Hunde anleinen, Müll mitnehmen. Abfallbehälter gibt es nicht – wegen der Wildschweine. Die Schilder sind leider notwendig geworden. „Natur gehört mit zum Konzept der Schule“, sagt Christiane Goltz. Acht Schüler beschäftigen sich in der Tier-AG mit den auf dem Gelände lebenden Schafen, Kaninchen und Meerschweinchen. Schüler und Eltern pflegen das umliegende Gelände, Brutkästen werden angebracht, der Schulgarten versorgt die Internatsschüler mit Gemüse. Biologieunterricht findet auch mal im Freien statt, das „grüne Klassenzimmer“ unter Weiden wird bald fertig sein.
Im August sollen die Arbeiten am Aero-Club abgeschlossen sein. Inmitten der grandiosen Landschaft wird es dann sechs weitere Klassenräume, Büro und Speisesaal geben. Damit „gehört es zu den schönsten Schulgebäuden in Brandenburg“, glaubt Christiane Goltz. Nachfrage nach Plätzen gibt es, und einigen der 17 Internatsschüler gefällt es hier so gut, dass sie am liebsten auch am Wochenende bleiben möchten. An die Hundebesitzer haben sie einen Appell gerichtet, und das Ordnungsamt hat auf die Rechtslage hingewiesen. Die Möglichkeit, den Durchgang zu sperren, haben die Schüler abschreckend schon mal erwähnt.