Märkische Allgemeine, NICOLE BRANDENBURGER
25. Oktober 2002
 
Denis und Larissa wollen später Architektur studieren
Schüler des Kunstlyzeums in St. Petersburg sind zu Gast im Südring-Center Groß Machnow

GROß MACHNOW Mit rund 70 Bildern präsentiert sich das St. Petersburger Kunstlyzeum seit Montag im Südring-Center Groß Machnow.14- bis 17-jährige Schüler haben die Bilder gemalt. Zu betrachten sind vor allem Natur- und Landschafts-, aber auch Tiermotive.

Vier 16-jährige Mädchen und Jungen sind in diesem Jahr zu der Präsentation gekommen, die schon Tradition hat. Jeweils zwei der Jugendlichen trifft man immer in der Ladenstraße des Einkaufszentrums, wo sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Wer mag, kann ihnen dabei zuschauen.

Anna Foniakowa kam voriges Jahr nach St. Petersburg auf die Kunstschule. Ihre Eltern leben im sibirischen Omsk. „Das ist rund 3500 Kilometer von St. Petersburg entfernt“, berichtet sie, „aber das macht nichts. Denn ich kann malen und das ist es, was ich möchte.“ 

Später will sie an der Akademie für Kunst und Design studieren. „Ich hoffe, dass ich mein Ziel erreichen werde.“

Auch die anderen Schüler wissen schon genau, was sie später einmal werden wollen. Denis Artmeniew und Larissa Losewa wollen Architektur studieren. Alexej Kozlow möchte später das Innenleben der Häuser dekorieren. Alle vier sind stolz darauf, dass sie ausgewählt wurden, nach Deutschland zu fliegen.

Die ausgestellten Bilder kann man kaufen. Dazu sollte man sich an die Dolmetscherin und Kunstlehrerin Natalija Chakhowa oder an die Direktorin des Kunstlyzeum, Ludmila Zarina wenden. Die Einnahmen kommen dem Kunstlyzeum zugute, um wichtige Materialien für den Unterricht zu beschaffen. Für einige Kunstwerke liegen schon Angebote vor.

Die Werbegemeinschaft des Südring Centers Groß Machnow unterstützt das Kunstlyzeum seit 1995 und finanziert die Ausstellung und andere Kosten dieses Mal allein.

„Unterstützung fanden wir beim Gymnasium SEESCHULE in Rangsdorf. Es stellt uns unentgeltlich Räume zur ß“bernachtung zur Verfügung“, erzählt Corinna Schuller vom Südring Centermanagement, „Und an jedem Sonntag sponsert das ’Seebad-Casino’ RANGSDORF ein Frühstück.“ Am Wochenende werden für die jungen Künstler Ausflüge organisiert, damit sie Brandenburg und Berlin kennenlernen.

„Im letzten Jahr sollte eigentlich ein Jugendaustausch stattfinden. Das hat aber leider nicht geklappt. Acht Schüler sind zwar hierher gekommen, allerdings hat sich niemand gefunden, der nach St. Petersburg wollte“, bedauert Corinna Schuller.

Gefördert wurde der Austausch vom Land Brandenburg. Damals wurden fast alle ausgestellten Bilder verkauft. „Für die Einnahmen haben wir uns 60 Staffeleien anschaffen können“, erinnert sich Natalija Chakhowa. 

Das Kunstlyzeum in St.Petersburg ist eine Ganztagsschule mit rund 500 Plätzen. Unterrichtet werden hauptsächlich künstlerische Fächer. „Der Unterricht ist eigentlich in zwei Teile gegliedert“, erzählt Natalija Chakhowa, „Der eine besteht aus Kunst, Malerei und Zeichnen. Der zweite Teil setzt sich aus den Naturwissenschaften und Fremdsprachen zusammen.“ Das Kunstlyzeum ist das einzige seiner Art in Russland und die Vorstufe für die Akademie der angewandten Kunst.

Der erste Kontakt zu der Schule wurde damals von einem ehemaligen Russischlehrer aus Rangsdorf hergestellt. Er organisierte die Ausstellungen im Südring-Center. Seitdem versucht die Werbegemeinschaft des Südring-Centers, einmal in jedem Jahr so eine Veranstaltung auf die Beine zu bringen.

Den Schülern der Spezialschule für Kunst und Malerei St. Petersburg kann man noch bis zum 2.November in der Ladenstraße des Südring-Centers Groß Machnow über die Schulter schauen und deren Arbeiten auch erwerben.