Märkische Allgemeine Zeitung, Gudrun Schneck
20. März 2002
 
Möhren und Schokolade
Privatschule Rangsdorf lädt zum Tag der offenen Tür- jetzt erst recht

Lehrer Michael Weschke baut mit den Schülern der Klasse Tore für den Bolzplatz. (Foto: Klaus Schlage)

Rangsdorf: Ungeachtet des Baustopps wegen Geldknappheit bei Investor Ferdinand Schneider lassen sich Lehrer, Eltern und Schüler des Privatgymnasiums Rangsdorf nicht entmutigen. Im Gegenteil: Am Samstag machten sie - rund 40 Leute - Ordnung im Gelände. Das setzen die Schüler jetzt in ihrer Projektwoche "Gestalten der Außenanlagen" fort. Morgen von 14 bis 18 Uhr ist die interessierte Öffentlichkeit zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Schulleiter Frank Hamann versichert: "Der Gymnasiumsbetrieb ist gewährleistet. Wir haben Planungssicherheit für das kommende Schuljahr. Die Räume reichen aus, um dann zwei siebente, eine achte und eine neunte Klasse zu unterrichten." Schon jetzt seien 25 Verträge für künftige Siebentklässler abgeschlossen. "Hamann erkennt hoch an, dass selbst Baubetriebe, deren Rechnung der Investor noch nicht bezahlt hat, unterscheiden zwischen dem Bauherrn und dem Betreiber des Gymnasiums, dem Verein Neue Schule Nauen. "So hat zum Beispiel die Firma Rebentisch Erde angefahren, weil sie unser Anliegen unterstützt."

Dieses Anliegen - moderner Unterricht in kleinen Klassen mit individueller Betreuung scheint bereits Früchte zu tragen. Jürgen Fess, Vater des 13-jährigen Fabian und Vorsitzender der Schulkonferenz, ist begeistert: "Diese Schule hebt sich wirklich ab in der Schullandschaft. Die Kinder werden in an dem Punkt ihrer Entwicklung abgeholt, an dem sie sich befinden. Fabian geht gern hierher. Das sieht man auch an seinen besseren Noten."

Diese Woche beginnen Fabian und die anderen 27 Mädchen und Jungen mit dem Anlegen des Schulgartens und eines Teichs, pflanzen Büsche, bauen Tore für den Bolzplatz. Filip wirft Unkrautbatzen auf die Schubkarre. "Das hier sollen mal Beete werden. Hauptsache, wir bauen dann auch was zu essen an, zum Beispiel Karotten - oder Schokolade", grinnst er. Veronika jammert wegen des schlammigen Bodens: "Meine schönen Schuhe." Doch sie macht tapfer weiter.

Gregor ist einer von acht Schülern in der Arbeitsgemeinschaft Tiere. Zwei Schafe und zwei Lämmer betreuen die Kinder schon unter Anleitung des pensionierten Biologielehrers Volker Lerbs, der die Tiere aus seiner früheren Schule besorgte. Gregor erklärt glücklich: "Zäune und Hütte haben wir auch selbst gebaut."

Den Kindern macht die unfertige Umgebung wohl weniger aus als ihren Eltern. Die sind laut Schulleiter Hamann im ersten Augenblick schockiert, im zweiten meist angetan vom pädagogischen Konzept. Natürlich drängt der Schulträger auf Baufortschritt. "Im Sommer soll die Sportwiese hergerichtet werden, über den Winter der Aeroclub", ist der Schulleiter optimistisch. EIternsprecher Jürgen Fess glaubt: "Hier steckt schon so viel Engagement drin. Das lässt sich nicht mehr aufhalten. Außerdem - nicht nur wir brauchen den Investor, er braucht uns doch auch."