Märkische Allgemeine Zeitung
12. Dezember 2001
 
Verständnis für diese Welt
Rangsdorfer Seeschule ist Abend offiziell eröffnet worden

Mit Feuereifer bei der Sache: Georgi erläutert Gästen die Räume in der neuen Rangsdorfer Seeschule.

Rangsdorf: "Ich hätte besser gleich beten sollen . . ." Die Erkenntnis von Bürgermeister Peter Gleich gestern Abend bei der Feier in der Seeschule Rangsdorf kam zu spät, um das Geschehen noch beeinflussen zu können. Denn schließlich wurde bereits die offizielle Einweihung des privaten Gymnasium gefeiert. "Im Winter 1998 habe ich auf die Eröffnung im Herbst 1999 gehofft, im Winter 1999 auf den Herbst 2000. Im Winter 2000 schließlich habe ich gebetet, dass die Macher des Projektes nicht die Geduld verlieren", sagte Gleich, der selbst 35 Jahr lang als Lehrer gearbeitet hat. Das Gebet hat offenbar den Durchbruch gebracht. So konnte der Bürgermeister seine "komplette Freude" signalisieren und den Schülern Mut machen: "Noch ist vieles hier auf dem Gelände eine Baustelle. Aber das ist auch eure Chance. Ihr könnt euch eure eigene Schule aufbauen!"

24 Schüler in zwei Klassen der Stufen sieben und acht besuchen zurzeit die Schule an der Ostseite des Sees; auf einem Gelände, das bis 1994 von einer sowjetischen Nachrichteneinheit genutzt wurde. 14 Anmeldungen für 2002 liegen bereits vor. Die Mädchen und Jungen kommen beispielsweise aus Berlin und Wildau oder aus Dahlewitz und Zossen. Vier Plätze im Internat sind belegt. Der Bau der Schule, der Intematsgebäude sowie die Renovierung des alten Aeroclub-Casinos, in das die Mensa, eine Bibliothek sowie weitere Büro- und Klassenräume einziehen werden, ist bisher mit rund drei Millionen Mark privat finanziert worden.

Eine gute Anlage, wie Schulleiter Frank Hamann findet. Er zitierte die in der vergangenen Woche, veröffentlichte Pisa - Studie, nach der das Bildungsniveau in Deutschland nicht unbedingt auf den vorderen Plätzen zu finden ist. "Gefordert wird eine moderne Schule, in der nicht nur buchstabiert, sondern in der Verständnis für die Welt geschaffen wird", sagte Frank Hamann. "Wir sind eine solche moderne Schule. Wir kümmern uns um die Schüler in ihrer ganzen Person." Dass man dort mit Spaß lernen kann", glaubt auch Rolf Wettstädt, der Vorsitzende des Trägervereins. Die Siebt- und Achtklässler wussten das überzeugend zu demonstrieren: Mit großem Vergnügen und überaus kompetent, haben sie viele der mehr als 100 Eröffnungsgäste durch ihr Haus geführt.