RANGSDORF Kurz vor dem Start des ersten Privatgymnasiums im Landkreis Teltow-Fläming am Rangsdorfer See ist den Bauleuten und dem Schulleiter die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Noch fehlen Wasser-, Strom- und Gasanschlüsse, noch ist das Gelände nicht eingezäunt, noch gibt es keinen fertigen Unterrichts- oder Internatsraum.
Doch Schul- und Projektleiter Frank Hamann lässt keinen Zweifel aufkommen: „Am 10.September sind das Internatsgebäude und die Klassenräume nutzbar.“
Eine 7. und eine 8.Klasse mit voraussichtlich je 15 Schülern (es laufen immer noch Eltern-Gespräche) werden die ersten Pennäler sein. Da die „Schulanfänger“ am Montag für eine Woche zum gegenseitigen Kennenlernen in den Spreewald fahren, bleibt diese Gnadenfrist noch für Bauarbeiten.
Dann muss auch die „Aktion Straße“ über die Bühne gehen. Die Stauffenberg-Allee wird aufgerissen, mit Medienleitungen bestückt und als Bitumenfahrbahn hergestellt. Damit erfüllt der Investor des Privatgymnasiums, Ferdinand Schneider aus Frankfurt (Main), seine im Vertrag mit der Gemeinde verankerte Pflicht zum Straßenbau.
Derzeit sind neben Bauleuten verschiedener Gewerke die Brunnenbohrer zugange. Ein Feuerlöschbrunnen gehört zu jenen Auflagen, welche die „genehmigte Ersatzschule“ erfüllen muss, bevor auch der letzte Stempel die Rechtmäßigkeit der neuen Bildungseinrichtung bestätigt.
Der Schulleiter kann es sich nicht leisten, eine ganze Woche mit den Gymnasiasten im Spreewald zu verbringen. Mit den Behörden – vom Gesundheits- bis zum Schulamt – sind Abnahmetermine vereinbart. Bis dahin muss Hamann auch die noch erforderlichen Honorarkräfte für die Unterrichtsfächer Französisch und Latein nachweisen. Vier Pädagogen werden hauptamtlich an der SEESCHULE lehren. „Darunter eine Absolventin mit vielen tollen Ideen. Wir alle brennen für dieses Gymnasium und sind hoch motiviert“, versichert Frank Hamann, der selbst Sport und Geschichte unterrichtet.
Er freut sich, dass ein pensionierter Rangsdorfer Biologielehrer angeboten hat, bei der Tierhaltung zu helfen. Das Gymnasium, das sich dem ökologischen Humanismus verpflichtet fühlt, will auf einem 15 Hektar großen Waldplatz unter anderem Schafe und Kaninchen unterbringen. Schwerpunkte der pädagogischen Konzepts des Schulträgers – der Verein „Neue Schule Nauen“ – sind Naturwissenschaften, Sprachen, Informatik und Sport.
Frank Hamann spürt jetzt noch einmal eine steigende Nachfrage der Eltern. „Ich bin davon überzeugt, dass auch im Laufe des Septembers noch Kinder zu uns wechseln werden“, sagt er.