03. Oktober 2008
Segeltörn 2008
egelreise De Albertha 29.09. - 03.10. 2008 Unsere diesjährige Projektreise Segeln fand auf einer holländischen Tjalk statt und führte uns von Kiel/Laboe nach Maasholm, Sonderburg/Dänemark, Kappeln und wieder zurück nach Laboe. Schwierige Wetterverhältnisse taten der guten Stimmung keinen Abbruch.

Hier nun unser Reisetagebuch. 

Montag, den 29.09.2008
Um 8 Uhr haben wir uns in Rangsdorf getroffen und sind nach Berlin (Hbf.) gefahren und haben auf dem Gleis 8 David G. (10a) abgeholt. Wir sind mit der Bahn über Hamburg nach Kiel gefahren. In Hamburg- Dammtor haben sich einige aus der Gruppe Kaugummis am Automaten gekauft. Als wir in Kiel ankamen, wollten wir den Schnellbus nach Laboe nehmen, jedoch fanden wir ihn zuerst nicht. Nachdem wir ziellos durch Kiel liefen, fanden wir ihn schließlich doch. Während der Busfahrt wurde Christopher H. (10b) von mehren Gepäckstücken erdrückt und ist dabei eingeschlafen. Nach einer halben Stunde kamen wir im Hafen von Laboe an. Dort wartete schon das Segelschiff „De Albertha“ auf uns. Dieses Schiff ist 117 Jahre jung. Der Kapitän, sein Name ist Dick, erklärte uns ein wenig über dieses Schiff und ließ uns dann unsere Zimmer beziehen, welche jedoch ziemlich klein sind. Die Kammern hatten Namen: Omø, Eckernförde, Travemünde, FÃ¥borg, Sønderborg, Marstal und Haderslev. Dann zog sich die Backschaft (Svenja S. (8a), Max Schr. (7) & Keven G. (10a)) in die Kombüse zurück und erwärmte Ravioli aus der Dose in einem Topf. Während des Essens wurden wir von Dick, Arne und Sabrina (weitere Besatzungsmitglieder) aufgeklärt, wie wir uns im Notfall zu benehmen haben, welche Aufgaben wir zu übernehmen haben und was wir beachten müssen. So gegen 15 Uhr 30 ging es auch schon auf große Fahrt nach Maasholm. Kurz nachdem wir die Segel gesetzt haben, sahen wir ein U-Boot am Hafen vorbei fahren. Die Fahrt verlief eigentlich sehr reibungslos und ruhig. Das Wetter war ein wenig feucht und es war kalt. Wir hatten alle Segel im Einsatz. Falco D. (11a) musste im Laufe der Fahrt die Klüversegel von den Bändseln befreien, musste dabei in das Klüvernetz steigen und wurde bei dem Versuch ein wenig nass. Weitere Beobachtungen, außer der des U-Boots, gab es an diesem Tag noch nicht. Zwischendurch gab es heißen Kakao und Kekse zur Stärkung. Im Dunkeln kamen wir dann endlich nach langer Fahrt in Masholm an. Bevor wir den Hafen erreichten mussten die Segel wieder eingeholt und verpackt werden. Zusammen schafften wir das auch. Wir haben den Hafen erreicht. Nun mussten wir darauf achten, dass das Schiff nicht gegen die Pier fährt. Dazu mussten wir die Fender so positionieren, dass sie das Boot vor den Pfählen schützen. Als dies erledigt war, gab es Kartoffelsuppe, Brot und Aufschnitt. Die meisten von uns gingen nach dem Essen schon auf ihre Kammern, die anderen blieben noch ein wenig auf und spielten Karten („Fingerkloppe“). Ab 23 Uhr wurde es dann langsam ruhig auf dem Schiff und das Licht ging aus. Der erste Tag auf „De Albertha“ war zu Ende. Keven, Svenja, Max

Dienstag, den 30.09.2008
Der Tag fing heute um halb neun mit einem leckeren Frühstück an. Zum Frühstück gab es Cornflakes Brot und Brötchen sowie Eier, Marmelade. Die Brötchen wurden von Christopher und Falco vom Bäcker geholt. Um 11.00 Uhr hatte sich das Wetter stabilisiert und die erste Wache begann mit ihrer Schicht. Allerdings halfen alle Anderen beim Ablegen aus dem Hafen Maasholm, da es ein „Allhands“ Manöver ist, ebenso wie Anlegen. Um eins war Wachwechsel und die erste Wache konnte unter Deck. Zeitgleich fing es an zu regnen und zu stürmen wobei sich weit voraus am Bug eine Windhose (kleiner Wirbelsturm) dreimal neu formiert und sehr bedrohlich aussah. Zwischendurch wurden auch Tümmler bzw. Schweinswale gesichtet. Später bekamen wir die Ausläufer dieses Naturereignisses sehr zu spüren, allerdings nur die Leute der zweiten Wache. Als sich dann später der Himmel wieder aufklarte war wieder Wachwechsel und dann kurz darauf war auch das „Allhands“ Manöver angesagt, weil wir im Haven Sønderborg anlegten. Am Abend spazierten wir durch die kleine Hafenstadt, dann aßen wir an Bord und gingen nach einem weiteren Erkundungsgang zu Bett. Bis auf die Quatschrunde, genannt Nachtwache, welche sich weitere Stunden bis 24.00 Uhr wach hielt. Christopher, Nele, David, Alex

Mittwoch, den 01.10. 2008
Morgens um 07.30 Uhr gingen die ersten in Sønderborg im Hafen joggen. Dann standen auch die letzten auf, die bei der Rückkehr der Jogger noch in den Kojen lagen. Inzwischen war es 08.30 und es gab Frühstück, welches heute von der Backschaft Jan, Falco, Chris zubereitet wurde. Nach dem Frühstück besprachen wir, wie das Ablegen ablaufen sollte. Alle zogen sich ihre wetterfeste Kleidung an und wir legten ab. Kaum waren wir aus dem Hafen fing es an zu schütten, allerdings nur in kurzen Abständen, sonst war es stürmisch und leichter Nieselregen. Am Mittag paarte sich der Sturm mit dem schüttenden Regen und das Arbeiten an Deck wurde echt anstrengend. Da die Hände sowie Anziehsachen klamm waren, ließen sie die Kälte wie einen stechenden Schmerz auf die Haut wirken. Allerdings wechselten sich die Wachen immer im Zwei-Stunden-Takt ab. Bei der mittäglichen Wachablösung wurde dann für beide Wachen und den Rest der Crew das Mittagessen ausgeteilt. Am Nachmittag, als wir in Richtung Sperrgebiet der Marine kamen, umfuhren wir dieses in Nähe zum Land. Als wir dieses passiert hatten, fuhren wir in die Schleimündung ein. Dabei konnten wir auf einer Landzunge viele Kaninchen beobachten, die dort ihren Unterschlupf hatten. Als wir den Hafen Maasholm querten kam eine sehr starke Böe mit Windstärke 8 auf, wobei Regen auf die Crew an Deck nieder prasselte. Allerdings klarte es kurz danach wieder auf und wir liefen in den Museumshafen der Stadt Kappeln ein. Später war dann Landgang angesagt. Wir besichtigten die Stadt, kauften nötiges ein und machten es uns so angenehm wie möglich. Dann gegen 18.00 gab es Abendbrot, danach war nochmals Ausgang erlaubt. Als es dann dunkel wurde fanden sich alle in der Messe im Schiff wieder ein und ließen den Tag langsam ausklingen. Von Svenja, Annika, Alex

Donnerstag, den 02.10.08
Morgens in Kappeln bereitete die Küchencrew um acht Uhr das Frühstück vor. Nach dem Frühstück haben wir die Zimmer aufgeräumt und uns für den theoretischen Segelunterricht und die Knotenübungen vorbereitet. Der Segelunterricht fand mit Messern und Löffeln auf dem Boden der Messe statt. Wir lernten, wie das Boot fahren kann. Dann versuchten wir einige Knoten zu knüpfen und warfen die Festmacherleinen aus. Obwohl man sich uneinig war, wie das Wetter werden würde, fuhren wir bald darauf los. Das Wetter jedoch wurde immer unberechenbarer, und als wir dann aus der Schlei ausfuhren, wurden wir ordentlich durchgeschaukelt. Die Wellen waren sehr hoch und das Wasser, das gegen den Bug preschte regnete auf uns herab und wir wurden nass, was zusammen mit dem heftigen Wind dafür sorgte, dass wir alle froren. Aber wir hielten durch und an Deck die Stellung. Die Schräglage beunruhigte einige Leute etwas, aber alles in allem verlief die Fahrt ereignislos. Nur einmal passierte etwas Unschönes: einer der Fender wurde vom Schiff gerissen und treibt nun herrenlos auf der Ostsee herum. Alle waren glücklich, als der Hafen von Laboe in Sicht kam. Doch unser Anlegeplatz war leider nicht mehr frei. Die „Dicke Berta“ hat unseren Anlegeplatz eingenommen und war nicht in der Lage, sich von dort wegzubewegen. Kurzerhand legten wir an einem der Stege an, und versperrten nun unsererseits einigen Schiffen die Ausfahrt. Nach dem Abendessen konnten wir uns noch einmal das schöne Laboe ansehen. Robert und Falco

Freitag, den 03.10.08
Heute ging es nun wirklich mal früh los: die Backschaft musste schon um 06:15 Uhr aus der Koje, um alles rechtzeitig zu erledigen, denn um 07:30 gab es schon Frühstück. Dann wurde gepackt und Reinschiff gemacht. Draußen prasselte weiterhin die Sonne in dicken Tropfen auf De Albertha herab, aber da Arne den Kaminofen richtig einheizte, machte es uns diesmal nicht so viel aus. Glücklicherweise waren alle richtig gut bei der Sache, so gab es auch kaum Probleme, als sich herausstellte, dass der Bus wegen des Feiertages schon eine halbe Stunde früher fährt. Schnell noch ein Gruppenfoto im strömenden Regen an der Pier und dann ab in den Bus. Insgesamt versegelten wir auf diesem Törn 83 sm mit schlechtem Wetter und bester Laune, der Wahnsinn auf nassen Socken sozusagen. Christoph